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Meererhof: „Mit wenig viel erreichen“

Meererhof: „Mit wenig viel erreichen“

Studenten zeigen Ideen für einen attraktiveren Meererhof.

Neuss. Etliche Bereiche in der Innenstadt sind in den vergangenen Jahren aufgewertet worden, im Erscheinungsbild der Entwicklung und anderen Sichtweisen angepasst und zunehmend passantenfreundlicher. Der Meererhof steht allerdings wie ein Sinnbild für die Beton-Planung aus den 70er Jahren.

Nicht zuletzt der Leerstand bei den Ladenlokalen oder ihre nicht eben hochwertige Nutzung verstärken den Eindruck, dass hier die Entwicklung verschlafen wurde. Von „geringer Aufenthaltsqualität“ sprechen den Planer. Das könnte sich ändern.

Den Meererhof attraktiver zu machen, ihn zu einem einladenden „Hof“ umzugestalten, war Aufgabe für Studenten der PBSA Peter Behrens School of Architecture Düsseldorf. Professor Dierk van den Hövel, selbst Neusser, hat seinen Studenten aufgetragen, mit der Umgestaltung gleich noch eine neue Konzeption für die Anlage mitzuentwickeln.

Das ist nicht im luftleeren Raum geschehen. Der — sehr großen — Eigentümergemeinschaft wurden gestern erstmals die Ideen der Studenten präsentiert. Sie müssen zustimmen und investieren, sollen die Pläne oder Teile davon umgesetzt werden.

Für den Architekten mit genauer Kenntnis des Terrains jedenfalls bieten sich große Chancen. An dem „interessanten Ort, der derzeit lieblos daherkommt“, sieht er das große Problem im Leerstand der Gewerbeimmobilien.

Denn das Wohnen in der Innenstadt ist begehrt, es gibt bei den 140 Wohnungen, die etwa zur Hälfte von den Eigentümern selbst genutzt werden, praktisch keinen Leerstand.

Für den Meererhof hat van den Hövel nun Ideen vorzuschlagen, die er ausdrücklich nicht Visionen nennt. Maßgabe sei gewesen, „mit möglichst wenig Aufwand viel zu erreichen“, sagt er. Nur die Waschbetonfassaden zu streichen aber sei dann doch zu wenig und lediglich „vordergründige Ästhetik“.

Zur Belebung und Attraktivierung gehört für ihn — und seine Studenten — ein neuer Mix vor allem mit Angeboten der Lebensmittel- und Gastronomiebranche („Genießerzentrum“), Nutzung der Ladenlokale durch Freiberufler aus dem kreativen Bereich oder Designläden.

Wichtig sei es, den Charakter eines Hofes oder Marktplatzes darzustellen, grüne Gestaltung inbegriffen. Die Entwürfe der Studenten werden nun im früheren Seniorenzentrum im Meererhof ausgestellt. Am Montag gibt es um 17 Uhr eine öffentliche Vorstellung.

Ob und wie sich die Eigentümer auf eine Umgestaltung einigen, bleibt abzuwarten. „Da braucht es Überzeugungsarbeit“, betont Planungsdezernent Stefan Pfitzer.