1. NRW
  2. Rhein-Kreis Neuss
  3. Neuss

Median—Suchtklinik hat einen neuen Leiter

Median—Suchtklinik hat einen neuen Leiter

Das Haus Welchenberg führt seit Neuestem der aus dem Saarland stammende Markus Menth.

Neuenhausen. Das Therapiezentrum Haus Welchenberg steht neuer Leitung: Markus Menth hat die Nachfolge von Hans-Rainer Hubbes angetreten, der nach vier Jahren als Leiter in den Ruhestand getreten ist. Die Einrichtung der Median-Kliniken will neue, differenzierte Wohnangebote schaffen. Zudem muss das aus den 1920er Jahren stammende Haupthaus umgebaut werden.

In seinem Büro am Rande des verwunschen wirkenden Geländes auf dem Welchenberg wird Markus Menth nur einen Teil seiner Arbeitszeit verbringen. Der 58-Jährige leitet neben dem Therapiezentrum noch zwei weitere der bundesweit insgesamt rund 120 Einrichtungen der Median Kliniken — in Köln und Düsseldorf.

Die Gruppe mit Sitz in Berlin hatte vor einiger Zeit das Unternehmen AHG und damit auch den Standort am Welchenberg übernommen. Markus Menth, verheirateter Vater von drei Kindern, stammt aus dem Saarland und lebt in Neuss-Allerheiligen. Auch Grevenbroich ist ihm vertraut: Er war mit seinem Rennrad unter anderem auf der Vollrather Höhe unterwegs.

Trotz Unternehmenswechsel geblieben ist die Aufgabe des Hauses: Rund 60 chronisch Suchtkranke — alkohol- und drogenabhängige Menschen — lernen auf dem Welchenberg und in drei Außenwohngruppen, wieder mit einer geregelten Alltagsstruktur zu leben. Die Bewohner arbeiten beispielsweise in der Holzwerkstatt, in der Küche oder außerhalb des Hauses. Auch Kontakte zu Vereinen werden gefördert. Betreut werden die Bewohner von 34 Mitarbeitern — unter anderem Therapeuten und Sozialarbeitern.

Markus Menth betont die Bedeutung der Eingliederung in die Gesellschaft. Bei allen Kontakten nach außen sei es aber wichtig, dass etwa die alkoholabhängigen Menschen „bei uns einen geschützten Raum haben, in dem sie gestützt werden. Die Trinkkultur in unserer Gesellschaft stellt für diese Menschen eine Bedrohung dar“, erläutert Menth.

Das Therapiezentrum plant auch neue Wohnangebote in kleineren Gruppen außerhalb. Zudem betreut Haus Welchenberg rund 60 Menschen ambulant. Für sie werden an der Lindenstraße Kurse etwa fürs Kochen und für Haushaltsführung angeboten. „Leider müssen wir bald die Räume dort verlassen, die Caritas benötigt sie selbst. Wir sind auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten“, sagt Menth.

Pläne gibt es auch für den Gebäudekomplex auf dem Welchenberg, der eine wechselvolle Geschichte aufzuweisen hat. 1926 als Kindererholungsheim eröffnet, war es später Gauleiterschule, und nach dem Zweiten Weltkrieg Tuberkuloseklinik. 1971 wurde dort das Therapiezentrum eröffnet. Nun muss umgebaut werden. „Wir müssen die Auflagen des Wohn- und Teilhabegesetzes erfüllen und zwölf zusätzliche Einzelzimmer schaffen“, sagt Menth. „Dafür stehen wir in Kontakt mit dem Kreis als Eigentümer des Geländes.“