Maschinennetz funkt schon in Neuss

Maschinennetz funkt schon in Neuss

Telekommunikationsdienstleister bieten in Neuss bereits die Infrastruktur für eine Technologie an, die es ermöglicht, Geräte per Mobilfunk zu vernetzen. Die Stadt interessiert sich besonders für ein digitales Parkleitsystem.

Neuss. Das Ziel klingt verlockend: Strom- und Wasserzähler, die ihren aktuellen Stand automatisch an die Zentralen der Versorgungsunternehmen melden, Mülleimer, die ihren Füllstand autonom an die Entsorgungsunternehmen senden und damit eine optimierte Routenplanung zur Entleerung ermöglichen, und Parkplätze, die melden, ob sie gerade belegt sind. Dies sind nur drei Möglichkeiten, die eine gut vernetzte „Smart City“ bietet — und es ist keineswegs ferne Zukunftsmusik.

Im Internet der Dinge (IoT, das Kürzel steht für das englische Internet of Things) werden die Geräte per Mobilfunk vernetzt, und die entsprechende — Narrowband IoT genannte — Technologie bieten die Telekommunikationsdienstleister bereits an — auch in Neuss.

Miriam Hartig, Stadtsprecherin

Vodafone zum Beispiel spricht vereinfacht vom Maschinennetz, das die entsprechende Vernetzung ermögliche. Der durchaus werbliche Slogan: Stromzähler, Straßenlaternen und Co. lernen durch die Technologie sozusagen zu sprechen — und werden nützlicher und effizienter. Eric Kuisch, Geschäftsführer Technik bei Vodafone, weist darauf hin, dass das Maschinennetz inzwischen auch in Neuss funke. Im Dezember hatte das Unternehmen den deutschlandweiten Ausbau gestartet, es soll bis September in ganz Deutschland verfügbar sein. Im Neusser Rathaus allerdings ist man zurückhaltend. „Es wird noch dauern, bis bei uns Stromzähler, Straßenlaternen oder Mülleimer sozusagen sprechen“, erklärt Miriam Hartig vom städtischen Presseamt. Man sei zwar stets im Austausch mit Unternehmen und Entsorgern, aber konkrete Gespräche liefen nicht.

Konkreter sind da Überlegungen der Stadtwerke Neuss. Wie Sprecher Jürgen Scheer bestätigt, beschäftigt sich das städtische Tochterunternehmen durchaus mit den Aktivitäten von Vodafone & Co. im Stadtgebiet. „Wir stehen diesbezüglich auch mit Vodafone in Kontakt“, sagt Scheer. Doch die Stadtwerke haben auch andere Telekommunikationsdienstleister auf dem Schirm, die die Narrowband IoT-Technologie in Neuss anbieten.

Aktiv ist in der Quirinus-Stadt in diesem Bereich auch die Telekom. Wie das Bonner Unternehmen mitteilt, wird der entsprechende Ausbau in Neuss in den kommenden beiden Monaten abgeschlossen sein. Schon jetzt wird Narrowband IoT von der Telekom aber bereits in der Quirinus-Stadt angeboten.

Sehr konkret aber prüft man im Rathaus derzeit, ob und wie moderne IT-Lösungen den Leidensdruck beim Thema Parkplatzsuche mindern können. Bürgermeister Reiner Breuer bestätigt Gespräche mit der Telekom-Tochter „T-Systems“ zu der Frage, ob die Einführung eines digitalen Parkmanagementsystem in Neuss dafür hilfreich sein kann. Hinweise darauf hatte die Verwaltung schon im Beirat Innenstadt und im Planungsausschuss gegeben, als dieser auf Antrag der SPD über ein System zur ticket- und bargeldlosen Nutzung von Parkplätzen besprochen wurde. Die Debatte dazu soll im Unterausschuss Mobilität vertieft werden.

Bei dem System der Telekom melden Sensoren, die auf jedem Stellplatz montiert werde, freie Parkplätze in eine Daten-Cloud, wo Autofahrer diese Information per App abrufen können — und direkt zu diesem Platz navigiert werden. Das soll Sprit und Nerven sparen.

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