Martina Suermann kritisiert Krützen

Martina Suermann kritisiert Krützen

Die Chefin von „Mein Grevenbroich“ fordert den Bürgermeister auf, in dessen Bereichen „alle Einsparmöglichkeiten auszuschöpfen“.

Grevenbroich. Den Mut, den Klaus Krützen zuletzt von der Politik forderte, solle der Bürgermeister selbst an den Tag legen. So reagierte Martina Suermann, Fraktionsvorsitzende von „Mein Grevenbroich“, jetzt auf die Politiker-Schelte des Verwaltungschefs. Krützen, so meint sie, solle die Verantwortung für die Entwicklung des Haushalts nicht auf die Politik abwälzen, sondern selbst tätig werden und in seinen Bereichen „endlich alle Einsparmöglichkeiten vollumfänglich ausschöpfen“.

Nachdem der Haupt-, Finanz- und Demografieausschuss in der vergangenen Woche neun von insgesamt 17 Sparvorschlägen der Stadtverwaltung ablehnte, hatte Klaus Krützen die Politiker aufgefordert, mehr Mut auch zu unbequemen Entscheidungen an den Tag zu legen. Doch: „Diese Sparvorschläge wären größtenteils zu Lasten der Bürger gegangen. Hierzu hat die Politik deutlich Nein gesagt“, so Suermann. „Es kann nicht sein, dass die Grevenbroicher zur Kasse gebeten werden, während an anderen Stellen ein ,Weiter-so-Kurs’ gefahren wird.“

Beispielhaft erinnert die Fraktionsvorsitzende in diesem Zusammenhang daran, dass die Politik seit zwei Jahren vom Bürgermeister ein Konzept zur Verbesserung von Verwaltungs- und Personalstrukturen fordere, um langfristig Einsparungen zu erzielen. „Bisher ohne konkrete Ergebnisse“, kritisiert Martina Suermann. Auch der Vorschlag ihrer Fraktion, den Stadtrat um zehn Mandate zu verkleinern — mit einem Spareffekt von 70 000 Euro jährlich — habe keine Mehrheit gefunden. Ebenso sei das von „Mein Grevenbroich“ geforderte „Zukunftskonzept Sport“ abgelehnt worden.

„Politik und Verwaltung müssen sich der Tatsache stellen, dass Sportstätten künftig nicht mehr in nahezu jedem Stadtteil vorgehalten werden können, wenn wir insgesamt über eine qualitativ hochwertige Sportlandschaft in Grevenbroich verfügen wollen“, sagt Martina Suermann. Über das wo und wie hätte ein Zukunftskonzept Aufschluss geben können. „Die Einsparpotenziale wären langfristig erheblich“, meint Martina Suermann. „Aber auch hier fehlt dem Bürgermeister und anderen Fraktionen der Mut.

Mehr von Westdeutsche Zeitung