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„Marquise“ zur Preisverleihung

„Marquise“ zur Preisverleihung

Rheinlandtaler: Landschaftsverband ehrt Irmgard Feldhaus.

Neuss. Im Clemens-Sels-Museum trafen sich am Sonntag gleich drei Kulturausschussvorsitzende und viele andere Vertreter aus Kunst und Politik: Posthum wurde der im Sommer verstorbenen früheren Museumsdirektorin Irmgard Feldhaus der Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes (LVR) verliehen.

Eigens zu diesem Ereignis wurde „Die Marquise“ von James Ensor von 1911 gezeigt: Das hochwertige Werk aus dem Besitz von Irmgard Feldhaus hatte in ihrem Haus gehangen. Das Bild, ein Schlüsselwerk des belgischen Symbolismus, ist das wertvollste Bild des Konvoluts, das Feldhaus der Stadt vermacht hat.

In seiner Laudatio zeichnete der stellvertretende LVR-Vorsitzende Winfried Schittges das Bild der Kunstexpertin und Sammlerin als das einer Frau, die sich weder durch Kriegswirren — sie legte ihre Doktorarbeit zum Thema „Zweischiffige Kirchen an der Mosel und in der Eifel“ in den letzten Kriegstagen ab —, noch in der ersten Nachkriegszeit von ihrem Bemühen um Kunst abbringen ließ. Irmgard Feldhaus erhielt bereits im November 1945 eine Stelle in der Kunstschutzabteilung der englischen Militärregierung in Düsseldorf. Hier kam sie erstmals mit moderner und zeitgenössischer Kunst in Berührung.

1949 übernahm sie die Leitung des Neusser Museums, das nach der Zerstörung des Hauses am Markt am Obertor sein Domizil hatte. Offiziell eröffnet wurde es im April 1950. Dank ihrer Beharrlichkeit und geistig-künstlerischen Unabhängigkeit habe die Museumsleiterin dem Haus ein Alleinstellungsmerkmal in seinen Sammlungen der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts gesichert, so Schittges.

Den Rheinlandtaler nahm der Neffe der Geehrten, Johannes Feldhaus, entgegen. In seiner vom Publikum mit großer Erheiterung aufgenommenen Dankesrede richtete er die Worte direkt an seine Tante. Die hätte sich über den Preis sehr gefreut, zumal sie sich mit anderen Preisträgern sicher hätte identifizieren könnten. Mit Max Tauch teile sie die Leidenschaft für Kunst, die verschlissene Jacke von Götz George hätte sie als Tarnung auf ihren Streifzügen über die Flohmärkten gut nutzen können. Mit Preisträger Jürgen Becker teilte sie seinen rheinischen Humor, so Johannes Feldhaus.