Ludwig-Wolker-Anlage soll Leichtathletikzentrum werden

Ludwig-Wolker-Anlage soll Leichtathletikzentrum werden

Investition von 1,5 Millionen Euro in die Ludwig- Wolker-Anlage sind geplant.

Neuss. In Neuss soll es künftig ein Sportzentrum geben, genauer: ein Zentrum für die Leichtathletik. Was seit vielen Jahren in der Diskussion ist, wird aller Wahrscheinlichkeit nach im Haushalt des kommenden Jahres verankert. 1,5 Millionen Euro sollen dann für den Umbau der Ludwig-Wolker-Sportanlage am Jean-Pullen-Weg im Dreikönigenviertel/Pomona zur Verfügung stehen — inklusive einer Tartan-Bahn.

Erleichtert und zufrieden zeigt sich Heinz London (SPD), langjähriger Vorsitzender des Sportausschusses. „Das war mein sportpolitisches Ziel seit 30 Jahren“, sagt er, verweist aber auch auf die breite Zustimmung, die es jetzt — anders als noch vor Jahren — zu diesem Projekt gebe. CDU und FDP hatten sich nach ihren Haushaltsklausuren ebenfalls für das sportliche Großprojekt ausgesprochen.

Neuss als Großstadt habe da Nachholbedarf in NRW, sagt London, nur in Mülheim an der Ruhr fehle ein solches Projekt auch noch. Die Ludwig-Wolker-Anlage bot sich für die Aufwertung an: 16 Schulen gebe es in der Umgebung, betont der Sportpolitiker, und auch die Vereine hätten den Standort bevorzugt.

Mit der Aufwertung der Bezirkssportanlage, auf der die DJK Rheinkaft das Hausrecht ausübt, zum Leichtathletikzentrum für alle Vereine ergeben sich weitere Fragen und Handlungsbedarf. Wer soll die Verantwortung tragen?

Die DJK mit ihren fast 1000 Mitgliedern könne Unterverträge mit anderen Vereinen abschließen, meint London, oder man entscheide sich für eine Regelung wie im Jahnstadion: Nach den Anstrengungen der Stadt, den Sportvereinen Verantwortung für die Anlagen zu übertragen, führt die Stadt derzeit nur noch im Jahnstadion die Regie. Welche weiteren Folgen der Umbau in Pomona noch zeigen wird, ist derzeit kein Thema. Dass bei einer solchen Investition keine weiteren Leichtathletikanlagen bedacht werden, liegt nahe.

Von weiteren strukturellen Einsparungen im Sportbereich wie der Schließung einer zweiten Sportanlage nach der an der Hammer Landstraße ist nicht mehr die Rede — die Kommunalwahl ist nicht mehr fern. Überlegungen, die Sportanlagen auf die Stadtwerke-Tochter NBE GmbH (Neusser Bäder- und Eissporthallen) zu übertragen, sind passé: Steuerrechtliche Gründe sprechen dagegen, hat eine Prüfung ergeben.

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