Lkw-Falle: Straßen NRW reagiert

Lkw-Falle: Straßen NRW reagiert

In der Nacht zu gestern gab es in der Baustelle auf der B 59 den vierten Unfall. Ab sofort gilt Tempo 30. Zudem werden Schilder aufgestellt.

Grevenbroich. Die Baustelle auf der Bundesstraße 59 wird immer mehr zur Unfallstrecke für Lastwagen. In der Nacht zu gestern geriet erneut ein Sattelzug von der nur drei Meter breiten Fahrbahn ab. Der Lkw, der Lebensmittel geladen hatte, kippte um landete im Acker nebenan. Der Fahrer (23) blieb unverletzt. Bei dem Unfall dürfte jedoch ein höherer Schaden entstanden sein.

Foto: D. Staniek

Im Verlauf des Tages stellte sich heraus, dass der Tank des Fahrzeugs leck geschlagen war. Dabei ist wohl eine größere Menge Diesel- ausgelaufen und im Feld versickert. Um zu verhindern, dass noch mehr Kraftstoff ausläuft, wurde die Zugmaschine am Spätnachmittag mit Hilfe eines Spezialfahrzeugs aufgerichtet. Dafür musste die Bundesstraße gesperrt werden. Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde ordneten an, dass die Unfallstelle auf dem Acker ausgekoffert und das mit Kraftstoff belastete Erdreich entsorgt wird. Der Lastwagen bleibt vorerst liegen. Er soll erst heute geborgen werden, sobald die Asphaltarbeiten in der Baustelle abgeschlossen sind.

Die Serie der Lkw-Unfälle in der Baustelle von Straßen NRW reißt nämlich nicht ab. Seit dem 10. November kamen zwischen Allrath und Hydro drei schwere Lastwagen von der Fahrbahn ab und kippten um. Am Montagmorgen geriet zudem ein 20-Tonner auf dem Seitenstreifen in Schräglage, die Bundesstraße musste für drei Stunden gesperrt werden.

KlausDahmen, Straßen NRW

In der vergangenen Woche hatte Straßen NRW nach dem zweiten Unfall betont, dass die Baustelle „ausreichend“ ausgeschildert sei. Hinweisschilder auf verengte Fahrspuren seien auf Bundesstraßen unüblich. Auch gestern betonte Landesbetrieb-Sprecher Gregor Hürter: „Die Baustelle ist so eingerichtet, wie es nach den Vorschriften vorgesehen ist.“ Dennoch kündigte Straßen NRW Konsequenzen in Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde beim Kreis an. „Aufgrund der besonderen Häufung der Lkw-Unfälle ergreifen wir ungewöhnliche Maßnahmen“, erklärte Projektleiter Klaus Dahmen. So werde das Tempo-Limit in der Baustelle von 50 auf 30 reduziert. „Außerdem installieren wir Blinker, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.“ Darüber hinaus soll nun doch ein Schild aufgestellt werden, das auf die verengte Fahrspur hinweist.

Warum Lkw über die durchgezogene Markierungslinie auf den Seitenstreifen geraten und umkippen, „darüber können wir nur spekulieren“, so Dahmen. „Es könnte an Unaufmerksamkeit liegen. Auch könnten Fahrer befürchten, mit dem Wagen zu nahe an die Stahlwand zu geraten, die die Bauarbeiter schützen soll.“ Beobachter stellen in der Tat fest, dass nicht nur Lkw-, sondern auch Pkw-Fahrer Abstand von der Stahlwand halten. Spielt das Wetter mit, soll die Wand Freitag abgebaut werden. Der Verkehr kann dann wieder in beide Richtungen rollen.

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