Letzte Chance fürs Neukirchener Bad

Letzte Chance fürs Neukirchener Bad

Ein Mediziner soll sich für den Kauf der Immobilie interessieren — um dort therapeutisches Schwimmen anzubieten. Konkrete Pläne liegen jedoch noch nicht vor. Zudem müsste in das Hallenbad noch kräftig investiert werden.

Grevenbroich. Vor einer ungewissen Zukunft steht das Hallenbad Neukirchen. Das Schlossbad geht seiner Fertigstellung entgegen, voraussichtlich im Februar soll es öffnen. Danach wird das Bad in Neukirchen nicht mehr fürs Schulschwimmen benötigt. Die Stadt streicht ihren Zuschuss in Höhe von jährlich rund 60 000 Euro, der dann dem TV Jahn Kapellen fehlt. Die Stadt hatte vor Jahren das Hallenbad dem Turnverein übertragen. Dort laufen Überlegungen zur Zukunft des Bades. Nun gibt es offensichtlich einen Hoffnungsschimmer.

Bernhard Padberg, Vorstandsmitglied im Dorfverein „Unser Neukirchen“

Im Rathaus gab es jetzt ein Gespräch mit Vertretern von Stadt und Verein sowie einem Interessenten für das Bad. Ein Mediziner soll sich für den Kauf der Immobilie interessieren. Er soll überlegen, dort therapeutisches Schwimmen für Kinder und Jugendliche anzubieten. Obwohl dafür nicht das gesamte 25-Meter-Becken erforderlich sein würde, soll er sich vorstellen können, Teile der Wasserfläche für Vereine und öffentliches Schwimmen zur Verfügung zu stellen. Auch Wellnessangebote sind denkbar.

Konkrete Pläne sollen beim Treffen noch nicht vorgelegt worden sein. Bevor im Bad ein Therapie-Schwimmen starten kann, müsste wohl erst umgebaut werden. Die Bad-Technik ist zum Teil rund 40 Jahre alt. Zudem müsste der Betrieb auf der benachbarten Sportanlageweiter gewährleistet sein.

Vom TV — etwa Präsident Klaus Calvis und seinem Vertreter Axel Schlüter — war gestern Nachmittag keine Auskunft zu erhalten. Bürgermeister Klaus Krützen will zum Gespräch keine Stellung nehmen. Er betont aber, dass der städtische Zuschuss nicht weiter fließt: „Wenn das Schlossbad im Februar öffnet, werden wir bis 1. August zahlen, das haben wir mit dem Verein vereinbart“, erklärt der Verwaltungschef. „Danach sind wir finanziell draußen. Der Landrat hat gerade erst betont, das er von der Stadt größere Sparbemühungen erwartet.“

Könnte Therapieschwimmen in Verbindung mit weiteren Schwimmangeboten die Lösung sein? Neukirchener fragen sich, wo ihre Kinder in Kursen schwimmen lernen sollen. Von einer Bürgerinitiative war schon die Rede.

Zudem ist ein stadtübergreifender Raum betroffen: Das Hallenbad in Nievenheim ist geschlossen, im Neusser Süden um das Neubaugebiet Allerheiligen besteht kein öffentliches Hallenbad. Auch der Dorfverein „Unser Neukirchen“ interessiert sich für die Zukunft des Bades im Dorf. „Natürlich hätten wir gern, dass es erhalten bleibt. Aber man muss realistisch sein: Die Renovierung würde eine siebenstellige Summe kosten“, sagt Vorstandsmitglied Bernhard Padberg. Wichtig sei auch zu klären, wie Kinder nach einer Schließung des Bades „in die Stadtmitte kommen und und was mit der Bad-Immobilie hier passiert“.

Mehr von Westdeutsche Zeitung