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Lebensmittelmarkt: runder Tisch, neue Auflage

Lebensmittelmarkt: runder Tisch, neue Auflage

Auf dem Kirmesplatz soll ein Lebensmittelmarkt gebaut werden. Ob überhaupt und wo, ist seit langem strittig.

Neuss. Reuschenberg, mittlerweile nur noch von Kaisers versorgt, braucht einen Lebensmittelmarkt. Oder einen Discounter. Auf dem Kirmesplatz, an der Finkenstraße. Oder im Norden, am China-Restaurant. Oder überhaupt nicht.

Acht Investoren zeigen Interesse, in Reuschenberg einen Frischemarkt zu errichten, die Verwaltung müsste einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan vorbereiten. Doch die Monate alte Diskussion fängt jetzt von vorn an.

Im Februar hatte Bürgermeister Herbert Napp entsprechend eines Ratsbeschlusses zu einem Runden Tisch eingeladen hatte, um die widerstreitenden Interessen und entgegengesetzten Ansichten mit den Beteiligten zu beraten. Anwohner, Schützen, Schausteller, Heimatverein und Einzelhändler waren eingeladen. Ergebnis: Als Erkenntniss aus der Diskussion empfiehlt die Verwaltung die Errichtung eines Discounters am Standort Finkenstraße.

Doch einen schnellen Ratsbeschluss wird es nicht geben. Der zuständige Fachausschuss für Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten hat einmütig beschlossen, dass es einen neuen Runden Tisch geben muss. Die Teilnehmer wird der Bürgermeister nun nicht mehr allein auswählen, sondern in Abstimmung mit der Politik.

So wird ein neues Kapitel in der Lebensmittelmarkt-Geschichte geschrieben. Vergeblich hatten die Grünen in der Dezember-Ratssitzung eine Bürgerversammlung gefordert. Im Ausschuss nannten sie den stattdessen organisierten Runden Tisch nun einen „Klüngelklub“, die CDU sprach von „einseitiger Einladung“ und der Notwendigkeit, „jetzt die Bürger mitzunehmen“, die SPD wiederum erinnerte an die von der CDU abgelehnte Bürgerversammlung.

Nun wird es eine neue Einladung zu einem neuen Runden Tisch geben. Bürgermeister Herbert Napp betonte gestern, er sei sich bei der Auswahl der Eingeladenen „keiner Schuld bewusst“.

Es sei das Wesen eines Runden Tisches, mit den Betroffenen zu beraten und nicht mit der Politik. Zudem habe es bei dem Treffen in Reuschenberg „nicht nur Hurra-Schreier“ gegeben: „Es ist unstreitig, dass ein Verbrauchermarkt auf den Kirmesplatz muss. Wenn das nicht möglich sein kann, wird mir angst und bange um die Stadtentwicklung.“