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Küchenchef geht nach Düsseldorf

Küchenchef geht nach Düsseldorf

Gerd Lang verlässt das „Solevino“, will aber in Neuss wohnen bleiben.

Neuss. „Und, wie hat es Ihnen geschmeckt?” „Hervorragend!“ Solche kurzen Dialoge zwischen Gerd Lang vom Restaurant „Solevino“ und seinen Gästen sind nach gut zehn Jahren fast schon Routine. Er hat sie immer gerne gehört, die Komplimente für seine Küche, aber Routine ist nicht sein Ding. Deshalb wird sich der 52-Jährige beruflich neu orientieren. Um eines vorwegzunehmen: Gerd Lang verrät nicht, wer sein neuer Arbeitgeber sein wird. Aber er erzählt: „Mein neuer Arbeitsplatz wird in Düsseldorf sein.“ Und er werde nicht mehr selbstständig sein, aber weiterhin Küchenchef. Außerdem kämen seine Fähigkeiten als Betriebswirt stärker zum Tragen. Was er besonders toll findet: „Ich werde endlich freie Wochenenden haben.“

Lang blickt zurück ohne Wehmut: „Es war eine sehr schöne Zeit, und ich habe keine Sekunde bereut. Aber ich freue mich jetzt auf eine neue Herausforderung.“ Eigentlich habe er das „Solevino“ nur etwa fünf Jahre lang führen wollen, jetzt ist er schon doppelt so lange dort. Worauf er stolz ist: die guten Bewertungen bei „Trip Advisor“. Online tauschen Nutzer dort ihre Erfahrungen aus.

Lang weiß noch, wie es zum Namen „Solevino“ kam: „Er entstand aus einer Weinlaune heraus, als ich 21 Jahre alt war und mit meiner damaligen Freundin im Arm und einem Glas Wein in der Hand am Meer stand: Wenn ich mal ein Restaurant eröffne, soll es ,Solevino’ heißen.“

Der Schwabe kam durch „die schönste Frau der Welt, eine Nüsserin“, in die Quirinusstadt, und er möchte auf jeden Fall in Neuss wohnen bleiben. Die „schönste Frau der Welt“ wird künftig an den Wochenenden mehr Zeit mit dem Küchenchef verbringen können, der neue Job soll es möglich machen. „Ich freue mich wie ein Kind darauf“, sagt Lang.

Jetzt kann er ja die Konkurrenz loben, und das tut er auch: Das Restaurant „Spitzweg“ am Glockhammer schätzt er besonders. „Und die kleine Pizza-Bude an der Eichendorffstraße ist auch sehr zu empfehlen“, sagt der 52-Jährige, der noch nicht weiß, ob er das „Solevino“ am 17. oder am 12. August schließen wird. Er hat bezüglich eines Nachfolgers nichts eingefädelt, vertraut aber auf den erfahrenen Gastronomen und Verpächter Matthias Hensen. „Ich habe mir schon ein tolles Gästeklientel aufgebaut, das werde ich schon eine Zeit lang vermissen“, erklärt der Mann, der seine Arbeit und die Menschen, mit denen er zu tun hat, liebt — und vielleicht deshalb so erfolgreich ist.