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Kreismuseum: Glänzende Kunst aus Silber

Kreismuseum: Glänzende Kunst aus Silber

Gehaltvolles Programm: Das Kreismuseum bietet im zweiten Halbjahr drei Ausstellungen.

Rhein-Kreis Neuss. Anfang September können sich die Besucher des Kreismuseums auf eine glänzend gemachte Ausstellung schöner Gegenstände freuen: 83 Teilnehmer der 16. Internationalen Silbertriennale zeigen ihre Kunst in Zons.

Elegant stellen sich die Objekte von Astrid Keller dar. Die Schmuckdesignerin faltet ihre Vasen aus dünnem Silberblech. Ja-Kyung Shin bedient sich einer Sammlung alter Löffel, die sie durch ihre Anordnung zu einer Schale zusammenfügt.

In verschiedene Exponate sind Furchen gezogen, andere wurden mit einem Ziselierhammer bearbeitet. Silberschmied Stefan Strube baut bei seinen Trinkbechern auf den Materialmix und kombiniert Silber mit Beton. Ru Runeberg aus Finnland wiederum formt kleine silberne Ameisen, die auf einer Glasschale herumkrabbeln.

Die besonderen Eigenschaften des kostbaren Materials weiß auch Dong-Hyun Kim aus Südkorea zu nutzen: Mit seinem Kunstwerk „Watering“ schuf er eine Kanne (Foto), die mit ihrer schwungvollen Gestaltung fast schon an den Jugendstil erinnert, meint Museumsleiterin Angelika Riemann. „Für die Ausstellung werden wir das komplette Museum ausräumen“, sagt sie, doch das sei es wert. Handele es sich bei der Silbertriennale doch um eine Wanderausstellung, die europaweit zu sehen ist. An dem Wettbewerb, der alle drei Jahre stattfindet, beteiligten sich insgesamt 158 Künstler mit über 200 Arbeiten. Die besten von ihnen zeigen ihre Arbeiten in Zons, fünf Künstler wurden zuvor mit Preisen ausgezeichnet. Die 83 Silberstücke werden bis zum 13. November im Kreismuseum zu sehen sein.

Einen weiteren Höhepunkt im zweiten Halbjahr bietet das Museum mit der 25. Landesausstellung Manu Factum (9. Oktober bis 20. November), die nach 1989 und 2005 zum dritten Mal in der Zollfeste präsentiert wird. Aus dem Kreis der Teilnehmer wählt eine Fachjury die Träger des Staatspreises in acht Kategorien: Schmuck, Gerät aus Metall, Holz, Textil/Leder, Keramik, Stein, Glas und Fotografie/Papier. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre von der Landesregierung für herausragende Leistungen vergeben. Er ist der mit insgesamt 45 000 Euro am höchsten dotierte Preis im Kunsthandwerk in Deutschland.

Gut aufgestellt ist das Kreismuseum vom 27. November bis 29. Januar: Das Haus zeigt historische Christbaumständer aus der Sammlung Geldmacher. Zu besichtigen sind erste Halterungen aus dem 17. Jahrhundert, die sich später zu fantasievollen Ständern aus Eisen und Guss entwickelt haben. „Um 1900 waren die Christbaumständer noch so teuer, dass sich nur die wenigsten Familien einen leisten konnten“, erzählt Angelika Riemann.