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Kopfsache: Fachfrau für Form und Farbe

Kopfsache: Fachfrau für Form und Farbe

Seit 50 Jahren frisiert Daniela Pöpl im Further Salon den Kunden die Haare.

Neuss. Einmal waschen, schneiden, föhnen, bitte! Diese Kurzformel hat Daniela Pöpl verinnerlicht. Tausende von Köpfen hat die Friseur-Gesellin in ihrem Berufsleben in Form gebracht.

Mit 15 Jahren hat sie das Handwerk im Salon von Walter Schwartz an der Gladbacher Straße gelernt, wo sie auch heute noch Strähnchen setzt oder den Pony kürzt. Für ihr 50-jähriges Jubiläum ist Daniela Pöpl jetzt mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Handwerkskammer Düsseldorf ausgezeichnet worden.

Der Further Salon blieb über die Jahre fest in Familienhand: Nach Walter Schwartz führte erst Tochter Brigitte Lange und jetzt Enkelin Sandra Myrrhe das Geschäft. „Wir sind hier eine große Familie“, sagt Pöpl.

Hans-Josef Claessen, Vizepräsident der Kammer, überreichte das Ehrenzeichen und verwies darauf, wie selten die Auszeichnung ist: „Im Bezirk haben wir 300 000 Handwerker in 56 000 Betrieben. Von denen blicken nur etwa zehn bis 15 Beschäftigte im Jahr auf eine 50-jährige Tätigkeit zurück.“

Der Beruf macht Daniela Pöpl immer noch Spaß. Kamm, Schere, Messer zum Ausdünnen, Rundbürste und Föhn sind ihr tägliches Werkzeug. Sie arbeitet schnell und akkurat, viele Kunden verlieren reihenweise Haare, bei anderen sind es nur die Spitzen. „Jede Friseurin schneidet für ihr Leben gern“, sagt Pöpl, die auch erfolgreiche Preisfriseurin ist.

Auch wenn sich die Frisuren in den vergangenen fünf Jahrzehnten wandelten, habe sich der Kern des Friseurhandwerks kaum verändert, meint die Jubilarin, die nie krank gefeiert und nur bei der Geburt ihrer zwei Kinder eine kurze Pause eingelegt hat. Pöpl hat viele Stammkunden, „fürs Further Schützenfest müssen die Haare sitzen“.

Gern erinnert sie sich an die 60er und 70er Jahre, als toupierte, mit viel Haarspray in Form gehaltene Turmfrisuren in Mode waren: an die Zeiten von Trockenhauben, Lockenwicklern und Haarteilen. „Der Stielkamm war unser Maß. Alle Frauen wollten Frisuren wie die von Farah Diba oder Brigitte Bardot“, sagt die 65-Jährige, die selbst einen eleganten Bob trägt. „Je höher die Frisur damals getragen wurde, desto zufriedener war die Kundin.“