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Kontrollaktion der Polizei: Drogen auf der Spur

Kontrollaktion der Polizei: Drogen auf der Spur

Große Kontrollaktion der Polizei in Neuss. Fälle von Drogen am Steuer nehmen zu.

Neuss. Genervt lehnt der junge Mann an seinem Auto, während Polizeibeamte seinen dunkelblauen Opel durchsuchen.

Vor wenigen Minuten hat ihm ein Urin-Schnelltest ein positives Ergebnis auf THC, Haschisch, beschert. Kurz darauf geht es für ihn per Streifenwagen zur Neusser Wache zum Bluttest.

Bei der ersten gemeinsamen Alkohol- und Drogenkontrolle verschiedener Polizeiwachen sowie des Krefelder Zolls auf dem TÜV-Gelände an der Hammer Landstraße konnten gestern schon in der ersten Viertelstunde drei Autofahrer des Drogenkonsums überführt werden.

„Es gibt kein bestimmtes Klientel. Das zieht sich durch alle Schichten und Altersgruppen“, sagte Gerhard Kopp, Leiter der Direktion Verkehr in Neuss. In den vergangenen Jahren hätten sich die Fälle von Drogenkonsum im Straßenverkehr zwar erhöht, das liege jedoch vor allem an den besser ausgebildeten Kollegen und den genaueren Tests.

„Auch tagsüber machen Kontrollen Sinn, denn Drogen sind oft noch lange nach der Einnahme nachweisbar. Vielen Konsumenten ist nicht bewusst, dass die Polizei auch auf Betäubungsmittelkonsum prüft“, sagte Diane Drawe von der Polizei des Rhein-Kreises.

Gestern beteiligten sich neben den Neusser Polizisten auch Kollegen aus Mönchengladbach, Krefeld, Mettmann, Duisburg und Heinsberg an der Aktion. In Zweiergruppen kontrollierten die Beamten die Autos, die ein Kollege vorn an der Straße herausgewunken hatte.

Nach einer kurzen Frage nach dem generellen und aktuellen Drogenkonsum folgten in vielen Fällen ein freiwilliger Koordination- sowie ein Urin-Schnelltest. War der positiv, durchsuchten die Polizisten, die Zollbeamten sowie Drogenhund Hermann auch den Wagen des Konsumenten.

Den jungen Mann mit positivem THC-Befund erwartet nun wahrscheinlich ein einmonatiger Führerscheinentzug, vier Punkte in Flensburg sowie ein Bußgeld von 500 Euro. „Solche Kontrollen sollen niemanden verärgern, sondern den Straßenverkehr sicherer machen“, erklärte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke abschließend.