Koalition von CDU und Grünen in Neuss will keine "Container-Schulen"

Schulentwicklung in Neuss: Koalition ist gegen Schul-Container

CDU und Grüne stellen Antrag, an Pestalozzi-Grundschule einen Festbau zu errichten.

Mit dem Schulentwicklungsplan für die weiterführenden Schulen verabschiedet der Rat am Freitag auch eine klare Festlegung auf bauliche Standards. „Containeranlagen sollen grundsätzlich vermieden werden“, heißt es in dem Plan. So hat es eine interfraktionelle Arbeitsgruppe festgelegt. Tatsächlich aber wird die Pestalozzi-Grundschule bald die Schule in Neuss sein, in der mehr Klassen in Containern unterrichtet werden als in festen Gebäuden.

Das dürfe nicht sein, meint die Koalition von CDU und Grünen. Sie stellt im Schulausschuss am 20. November den Antrag, die Container an der Grundschule, die zum Teil 40 Jahre alt sind, durch einen Festbau zu ersetzen. Und weil die Schule wächst und erstmals vier erste Klassen eingerichtet hat, soll sie zugleich erweitert werden.

Gisela Hohlmann gefällt der Antrag nicht. „Die Notwendigkeit würde ich sofort unterschreiben“, sagt sie. Doch den Vorstoß wertet die Vorsitzende des Schulausschusses als Versuch, zu dem Prinzip zurückzukehren: Wer am lautesten ruft, bekommt auch was. „Eigentlich ist aber jede Schule eine Baustelle“, sagt sie. Im Rat wird sie deshalb fordern, dass das zuständige Gebäudemanagement Neuss (GMN) im März, wenn der Finanzausschuss eine ganze Sitzung nur diesem Tochterunternehmen widmet, alle Probleme benennt und seine Pläne offenlegt.

Denn die ändern sich laufend, sagt sie. 2014 begab eine Begutachtung dieser als Provisorium gedachten Bauten, dass zwar keine Anlage mangelhaft, aber vier auch nur ausreichend sind. Darunter die Pestalozzi-Schule. An der daraus abgeleiteten Prioritätenliste hat sich seitdem wenig getan. Die Karl-Kreiner-Schule, deren desolaten „Baracken“ die Containerdiskussion in Gang gesetzt hatten, steht nun für 2019 im GMN-Wirtschaftsplan. Die Pestalozzi-Schule nicht. Erst für 2022 taucht ein mit 168 000 Euro bezifferter „Merkposten“ darin auf – für die Generalsanierung des Schulgebäudes. Von den Containern und Pavillons kein Wort. Und Schulleiterin Maria Meyen fürchtet, dass ihre Schule auch auf dieser Liste noch weiter nach hinten rutschen könnte.

Grund dazu hat sie. Denn nachdem die „Container-Prioritätenliste“ gleich Makulatur wurde, weil, wie Hohlmann erklärt, Themen wie die Flüchtlingsunterbringung oder die Schaffung neuer OGS- und Kita-Plätze dringlicher wurden, diktiert alleine die Rückkehr der Gymnasien zu „G9“, dem Abitur nach neun Jahren, neue Aufgaben. Auch das macht der heute vorliegende Schulentwicklungsplan deutlich. Die Projektlisten im GMN-Wirtschaftsplan müssen ganz neu geschrieben werden, sagt Hohlmann.

CDU und Grüne werden sich damit nicht zufrieden geben können. Namentlich die CDU stellt sich hinter die von vielen Eltern vorgetragene Forderung, die Containerjahre zu beenden. „Wir teilen die Auffassung, dass eine Schule in einer als Provisorium genutzten Containeranlage schon lange nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Schule entspricht“, sagt Bernd Ramakers von der CDU.

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