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Kinder bauen ihre Wunschstadt: Ritterburg und Fernsehturm

Kinder bauen ihre Wunschstadt: Ritterburg und Fernsehturm

In einem großen Sandkasten bauen Kinder ihre Wunschstadt. Lob gibt’s vom Profi.

Neuss. Eine Stadt ist eine Stadt, wenn. . . — sie einen Fernsehturm hat, ein Wasserkraftwerk und Edeka. Eine Kirche, Häuser mit Blätterdach, einen Friedhof neben dem Fußballplatz. So haben sich die Kinder an der Alten Post „ihre“ Stadt gebaut.

In einem übergroßen Sandkasten entsteht in dieser Woche eine Kommune, deren Anlage auch der Profi lobt. Am Mittwoch besuchte der Neusser Architekt und Stadtplaner Eckehard Wienstroer die Nachwuchsplaner.

Die suchen weniger seinen Rat, sondern erzählen lieber vom Ergebnis ihrer Arbeit. Kameron erklärt das Grundsätzliche: Erst die Gebäude, dann die Straßen. „Es ist wichtig, dass ein gutes Straßennetz entsteht.“ Dabei haben die Kinder nur grob abgesprochen, was wo stehen soll. Man muss sich nun arrangieren bei der Platzierung von Häuern und öffentlichen Gebäuden.

Viel Platz brauchen Thilo und Felix für ihre Ritterburg, die von geflügelten Drachen bewacht wird und ganz am Rand der Stadt steht. Wichtig ist den Erbauern, dass sie auch den Fernsehturm geknetet haben. Geht das zusammen, Rittertum und Fernsehen? Klar, „das ist ja wohl eine Wunschstadt“, sagt Thilo.

Tamima, Annika und Katharina legen letzte Hand an die Innenausstattung von C & A an. Erst war das Gebäude als Gefängnis geplant. Da wurde dann aber doch entschieden, dass das zur Wunschstadt nicht gehört. „Und Klamotten kaufen, muss man ja wohl“, meint Tamima. Wohin mit dem Laden? „Da können wir doch den Profi fragen“, sagt Tamima gewitzt — doch der gibt die Frage an die Kinder zurück. Mitten rein: Der Klamottenkauf findet im Zentrum statt.

Vor zwei Tagen wurde die Aktion der etwa 30 Stadtbauer arg zurückgeworfen. Der Dauerregen ließ die meisten Gebäude zusammensinken, einschließlich der McDonald’s-Filiale. „Kaum zu glauben, aber die Kinder haben das so weggesteckt und gut gelaunt neu angefangen“, sagte Sibylle Rautenberg.

Am Tag danach haben die Kinder dann gleich eine Ruine gebaut. „Fast schon documenta-tauglich“, wie Rautenberg fröhlich mutmaßt. Sie betreut wie auch Heribert Münch („ich hab Euch einen Affen für den Zoo gemacht“) und andere die Aktion, die vom Förderverein der Alten Post finanziell unterstützt wird.

Die Stadt — ohne Rathaus übrigens — wird noch bis Freitag an der Neustraße stehen. Was die Kinder vorgemacht haben, können die Großen im Herbst erproben: Eckehard Wienstroer bietet dann in der Alten Post einen Wochenend-Workshop „Architektur intensiv“ an; Haus- und Städtebau inklusive.