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Kein Themenmangel für die Fackelbauer

Kein Themenmangel für die Fackelbauer

Horst II. Dvorak ließ sich feiern und verteilte fast 2000 Königsorden.

Neuss. Wie schon vor einer Woche zum Oberstehrenabend war auch am Samstag die Stadthalle wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Waren es vielleicht sogar noch mehr Schützen? "Möglich," so ein Insider schmunzelnd, "letzte Woche waren viele Schützen mit ihren Freunden auf dem Parkplatz. Heute sind fast alle hier, weil viele auf den Königsorden hoffen."

Vor der Verteilung jedoch hielt Heiner Kaumanns eine Laudatio auf den König, die den Repräsentanten der Neusser Schützen nach eigenen Worten streckenweise beschämte. "Ich wusste gar nicht, was ich für ein toller Hecht bin, und bedauere, dass meine Frau die Rede nicht gehört hat."

In seiner Rede bekannte Horst II., er habe sich als Schütze immer wohl unter Schützen gefühlt. Auch die Notwendigkeit von Vereins- und Korpsvorständen war ihm immer bewusst: ohne zu wissen, was die eigentlich genau tun und woran die ihren Spaß beim Schützenfest haben, so der König.

Vor einigen Jahren wurde er dann von Freunden mehr oder weniger gedrängt, selbst an die Stange zu treten. Im letzten Jahr holte er den Vogel runter. Horst II. dankte allen, die zum Gelingen seines Königsjahres beigetragen hatten, namentlich Achim Tilmes und dessen Gattin Gaby.

Aber er fand auch kritische Worte. "Wenn irgendwann einmal die schwarzen Planen von den wertvollen mittelalterlichen Mauerfunden am Busbahnhof genommen werden, dürften sich diese dank Schimmelfraß aufgelöst haben. Ist das das Neusser Modell des Denkmalschutzes?"

Auch die Rennbahn und das Jahnstadion sprach er an und kritisierte die teils merkwürdigen und seltsamen Überlegungen diverser Fachleute. Sorgen, dass dem Stadtrat der Beratungsstoff oder gar dem Bürgermeister die Ideen ausgehen würden, müsse man sich nicht machen. "Das ist gut so, denn so haben unsere Fackelbauer keine Probleme, in jedem Jahr neue Themen zu finden."

Im Anschluss verlieh Horst II. seine Königsorden, insgesamt 1924 an der Zahl. Unter anderem erhielt jeder Zugkönig sowie jeder Leutnant einen Orden. Auch verdiente Schützen und Jubilare wurden so geehrt. In einer Woche werden sie alle bei der Parade stolz den Orden tragen.