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Karnevalisten in Neuss bekommen neue Wagenbauhalle

Neusser Jecken starten in die Session : Karnevalisten finden Halle in Büttgen

Dort könnten ab nächstem Jahr die Wagen gebaut werden. Mietvertrag steht kurz vor Unterzeichnung. Auch Schützen profitieren.

Die Karnevalswagen für den Neusser Kappessonntagszug werden ab der Session 2019/20 wohl in Büttgen gebaut. Dort soll eine 2100 Quadratmeter große Halle angemietet werden, die den Vereinen unter dem Dach des Neusser Karnevalsausschuss (KA) nicht nur die Möglichkeit eröffnet, den Wagenbau ganzjährig zu betreiben, sondern auch alle etwa 30 Mottofahrzeuge an einem Standort zu bündeln.

Die Stadt müsste
die Miete übernehmen

Der Mietvertrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren könnte noch in diesem Jahr geschlossen werden, doch setzt das nach Darstellung von KA-Präsident Jakob Beyen die Zustimmung des Rates voraus. Denn die Stadt müsste die Miete übernehmen. Schließlich kommt der Anstoß zum Umzug aus dem Rathaus, wo sich Bürgermeister Reiner Breuer dafür stark macht, den Fackelbauern unter den Neusser Schützen mehr Raum zu geben. Die teilen sich die Halle an der Blücherstraße noch mit den Jecken.

Der Verhandlungserfolg zeigt dem KA-Präsidenten, dass es vielleicht doch gut war, geschäftsführend im Amt zu bleiben. So konnte er auch den Vertrag mit den Sanitätsdiensten, die die Veranstaltungen im Straßenkarneval absichern, für fünf Jahre verlängern. Klappt auch das mit der Halle, hat ein Nachfolger im Amt, den Beyen immer noch sucht, gleich zwei große Baustellen weniger.

Mit erledigten „Hausaufgaben“ sieht das KA-Präsidium der Session entspannt entgegen, die am Sonntag um 12.11 Uhr mit dem Hoppeditzerwachen auf dem Münsterplatz beginnt. Der Hoppeditz ist ein „Neuling“: Dieter Brauckmann heißt er, vom Neusser Carnevals-Club „Fidelitas“ (NCC) kommt er. Er verspricht eine Reimrede zu fast ausschließlich lokalen Themen, sagt aber auch: „Ich bin nicht der böse Hoppeditz“.

Die Novesia hält schon bei der Proklamation eine Rede

Der designierte Prinz dagegen ist ein alter Hase: Karl-Heinz Geißler. Der Chef der KG „Edelreserve“, der am 18. November als Prinz Kalli I. im Zeughaus proklamiert wird, war vor 17 Jahren schon einmal Prinz Karl-Heinz I. An seiner Seite: Novesia Mandy Gilles, seine Nichte. Sie kommt von den Blauen Funken und will sich nicht nur an Weiberfastnacht an ihr närrisches Volk wenden. Von KA-Vize Rainer Franzen ausdrücklich ermuntert, wird sie schon zur Proklamation vor einem jetzt schon ausverkauften Haus für eine Rede das Wort ergreifen.

Das ist fast so ungewöhnlich wie ihr Sammelzweck: Statt Blumen und Präsenten bittet sie um eine Spende für die Multiple-Sklerose-Stiftung. Weil „die Krankheit auch junge Menschen trifft“.