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Kapellen kassiert sieben Gegentore

Kapellen kassiert sieben Gegentore

Fußball-Landesligist unterliegt Nettetal mit 0:7. Der TSV Meerbusch verspielt in Odenkirchen eine 2:0-Führung.

Rhein-Kreis. Der bisherige Tabellenführer TSV Meerbusch ist in der Fußball-Landesliga nicht über ein 2:2 bei der SpVg. Odenkirchen hinausgekommen — trotz 2:0-Führung. Dadurch verlor der TSV Platz ein an Union Nettetal, das mit 7:0 beim SC Kapellen gewann.

Der TSV baute seine Serie zwar auf 17 Partien in Folge ohne Niederlage aus, doch zufrieden waren die Verantwortlichen mit dem Ergebnis nicht. „Wir haben noch das Traumtor zum 2:0 bejubelt und waren noch gar nicht wieder richtig auf dem Platz, als die Odenkirchener direkt mit dem Anstoß den 1:2-Anschlusstreffer gemacht haben“, schimpfte Teammanager Horst Riege: „Vielleicht haben die Jungs auch geglaubt, das Spiel läuft nun von alleine.“

Benjamin Dohmen hatte seine Mannschaft nach glänzender Vorarbeit von Johannes van den Bergh und Takehiro Kubo mit 1:0 (32. Minute) in Führung gebracht und mit einem 23-Meter-Schuss über den Torwart hinweg auch für das 2:0 (38.) gesorgt. Dann erzielten Tobias Kamper das 1:2 (40.) und Marcel Pohl das 2:2 (56.). In Folge erhöhten die Gäste das Tempo, es fehlte aber immer der entscheidende letzte Pass. Dazu kam Pech, als Kubo mit seinem Schuss am Pfosten scheiterte. Schließlich hatten die Meerbuscher Glück, dass in der Schlussminute ein Fernschuss der Odenkirchener nur die Latte traf. „Eine Niederlage hätte den Spielverlauf auf den Kopf gestellt“, meinte Riege.

Auch für die Zweite des TSV war mehr möglich: Bis zur 85. Minute verteidigte sie gegen den ASV Süchteln eine 1:0-Führung durch einen Treffer von Quinton Washington (5.). Doch dann traf Gäste-Mittelfeldspieler Kai Bauermeister zum 1:1-Endstand. „Wir haben eine Stunde lang stark gespielt und waren nah dran an einem Sieg“, sagte TSV-Trainer Daniel Klinger: „Das Remis geht am Schluss aber in Ordnung.“

Das Jahr hatte sich für Kapellen mit dem 2:0-Sieg über den ASV Mettmann eigentlich ganz gut angelassen, doch seither geht nichts mehr beim Oberliga-Absteiger. Die Heimpleite gegen Nettetal ist der vorläufige Höhepunkt einer Serie von drei Niederlagen in Folge mit 1:11-Toren. 0:7 hieß es am Ende gegen den neuen Tabellenführer — eine ähnlich verheerende Schlappe hat ein Kapellener Team zuletzt beim 1:8 am 29. April 2005 im Verbandsliga-Match beim VfB Speldorf hinnehmen müssen.

SCK-Trainer Oliver Seibert war bedient: „Dieses Ergebnis ist für mich schwer zu ertragen. Ich bin sehr enttäuscht.“ Dabei hatten die Kapellener selbst die erste Tormöglichkeit. „Wir haben vorne die Großchance zum 1:0 und geraten im Gegenzug in Rückstand“, stellte Seibert traurig fest. Nach dem Treffer von Martin Stroetges in der 9. Minute sei, so Seibert, „eine absolute Naturkatastrophe“ über seine Mannschaft hereingebrochen: Tobias Gorgs verwandelte nur zwei Minuten später einen Elfmeter zum 2:0. Und wiederum nur 120 Sekunden darauf erhöhte Andreas Kus auf 3:0. Noch ehe sich der SCK davon richtig erholt hatte, markierte wiederum Kus das 4:0 (32.). In der zweiten Halbzeit machten Michael Enger (54.), Moritz Münten (87.) und Kus (89.) den schwarzen Nachmittag für Kapellen perfekt.

Für Seibert gab es daran nichts zu beschönigen, wenngleich er resümierte: „Nettetal hat mit acht Torschüssen siebenmal getroffen. Das ist an Effizienz nicht zu überbieten. Diese Bereitschaft, diesen Willen, das Tor unbedingt zu machen, vermisse ich bei uns.“

Der VfL kletterte mit dem Sieg auf Platz sechs. Trainer Michele Fasanelli übt sich dennoch in Zurückhaltung: „Wir sollten nicht vergessen, wo wir herkommen. In der vergangenen Saison haben wir uns erst am letzten Spieltag gerettet. Mich interessiert nur, dass wir elf Punkte von Mettmann auf Platz 15 entfernt sind, das ist das Entscheidende.“

Was dem VfL zu einer Spitzenmannschaft fehle, habe ihm auch die Partie in Mettmann gezeigt, fügte Fasanelli an. Denn nach dem Führungstor durch Manuel Sousa nach gut einer halben Stunde verpassten es die Gäste, trotz erstklassiger Chancen nachzulegen. „Wenn wir hier 5:0, 6:0 gewinnen, sagt auch beim Gegner keiner was“, monierte Fasanelli. „Uns fehlt der Killerinstinkt vor dem Tor.“ Fatlum Ahmeti erzielte das 2:0 (52.).