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Kämpfer für das Haus der Jugend

Kämpfer für das Haus der Jugend

Neuorganisation: Die Verwaltung will die zwei Jugendeinrichtungen in der Innenstadt zusammenführen.

Neuss. Am Anfang stand die Sparvorgabe, dann folgten erste Überlegungen zur Neustrukturierung — sowie handfester Streit und Ängste. Es geht um die Neuordnung der offenen Jugendarbeit in der Innenstadt. Können das Haus der Jugend am Hamtorwall und das Greyhound Pier 1 an der Batteriestraße zusammengefasst werden?

Im Jugendhilfeausschuss gab es jetzt dazu einen Sachstandsbericht. Ein Beschluss war nicht vorgesehen, noch ist es dazu viel zu früh. Zahlreiche Kinder und Jugendliche aus dem Haus der Jugend demonstrierten den Politikern vor der Sitzung lautstark und während der Diskussion mit aufmerksamem Zuhören, dass sie „ihr“ Haus nicht missen möchten.

In der Innenstadt, in der etwa 1000 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 20 Jahren leben, gibt es neben dem Jugendtreff der evangelischen Christusgemeinde, der nicht in Rede steht, die beiden großen Einrichtungen an der Hafenmole und am Hamtorwall. Das Greyhound ist städtisch, das Haus der Jugend wird vom (katholischen) Verein Offene Tür Neuss e.V. getragen.

Sozialpädagogen aus beiden Einrichtungen haben bereits ein Konzept zur Jugendarbeit in der Innenstadt entworfen. Eine Aussage über Standort oder Trägerschaft gibt es darin nicht. Für Sozialdezernent Stephan Hahn ist das der richtige Weg: „Zuerst brauchen wir ein Konzept. Vorgabe ist: In der Innenstadt muss es dauerhaft eine zentrale Jugendarbeit geben. Niemand will die Jugendarbeit in der City beschränken.“

Das hatten im Sommer nicht wenige Beteiligte bezweifelt. Auch jetzt ist nicht ausgeschlossen, dass es künftig nur noch einen Standort gleich in welcher Trägerschaft geben könnte. Eine Weigerung, über neue Strukturen nachzudenken, mag Hahn nicht akzeptieren. Der Verwaltung hat der Verein Offene Tür mitgeteilt, dass er einer gemeinsamen Trägerschaft nicht zustimmen werde und dass seine Arbeit ausschließlich am Standort Hamtorwall stattfinden könne. „Nicht zwingend“ nennt das die Stadtverwaltung. „Wir hoffen, dass die Bereitschaft zur Zusammenarbeit doch noch kommt“, sagt Hahn. Im nächsten Jahr jedenfalls soll der Status quo noch erhalten bleiben.