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Kaarster See: Wie Urlaub vor der eigenen Haustür

Kaarster See: Wie Urlaub vor der eigenen Haustür

Endlich ist der Sommer da — am Kaarster See war am Montag einiges los. Zum Glück: Denn bisher kamen nur 17 000 Gäste.

Kaarst. Der Duft von Sonnencreme umweht den Kaarster See, er mischt sich mit dem Geruch von Bratwurst und Pommes. Das Lachen von Kindern ist zu hören und hier und da auch mal ein spitzer Schrei, wenn ein Badegast am eigenen Leibe erfahren muss, dass das Wasser doch noch viel kälter ist als gedacht.

Endlich ist er da: der Sommer. Lange wurde er herbeigesehnt, kaum jemand hatte noch von Temperaturen von mehr als 20 Grad zu träumen gewagt. „Diese Saison hatten wir bisher 17 000 Badegäste“, sagt Daniel Caspers, Betriebsleiter des Kaarster Sees. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 38 000, 2010 sogar 88 000. Und in den Rekordsommern, 2003 und 2006, konnten jeweils mehr als 100 000 Gäste verbucht werden.

Man müsse flexibel sein in diesem Sommer, feixen einige Gäste, während eine Angestellte bei ihnen den Eintritt kassiert. Dass die Arbeit an der Schwimmbad-Kasse mehr Spaß macht, wenn der Besucherstrom gar nicht abzureißen vermag, ist klar.

Und so war es am Montag auch: Ob mit Luftmatratze oder Sonnenschirm, Volleyball oder tragbarem Radio ausgestattet, der Kaarster See war vor allem am Nachmittag das Ausflugsziel für viele Sonnenhungrige. „Ich rechne heute mit 2000 Gästen“, sagt Caspers und hofft, dass sich die Besucherzahl im Laufe der Woche Tag für Tag weiter steigern wird.

„Es ist wie Urlaub vor der eigenen Haustür“, sagt Besucherin Traudel Hürter. Während sie es sich erst im Schatten gemütlich gemacht hatte, zieht sie am Nachmittag dann doch einen Platz in der Sonne vor. Es sei erst ihr zweiter Besuch in diesem Jahr, erzählt die 65-Jährige. Warum? Natürlich wegen des schlechten Wetters. „Als ich vor zwei Wochen hier war, kam mir das Wasser aber wärmer vor“, meint die Mönchengladbacherin, die den Kaarster See allen Freibädern in ihrer Heimatstadt vorzieht. „Die Freibäder chloren ihre Becken viel zu stark, der See ist schön sauber.“