Kaarst: Zum Frühstück ins Möbelhaus

Kaarst: Zum Frühstück ins Möbelhaus

Ikea: Im Restaurant treffen sich Nachbarn oder Schwägerinnen regelmäßig zum gemeinsamen Plausch.

Kaarst. 8.45 Uhr. Vor den Türen des Möbelhauses hat sich eine kleine Schlange gebildet. Pünktlich um 9 Uhr öffnen sich die Türen von Ikea, und die kleine Menschentraube setzt sich zügig in Bewegung, rauf in die obere Etage ins Restaurant. Hier trennen sich die Wege der Kunden. Während ein Teil sich schnell einen Sitzplatz ergattert, reiht sich der andere Teil in die Schlange am Restauranteingang ein.

Ganz normaler Alltag, sagt der stellvertretende Restaurantleiter von Ikea Kaarst, Michael Kern: "Wir haben viele Besucher, die ausschließlich zum Frühstücken hier hinkommen und dann morgens auch schon vor dem Haus warten." In einigen Einrichtungshäusern haben sich sogar Frühstücksclubs gegründet. "Einen richtigen Club haben wir zwar nicht, aber viele Stammkunden, die mehrmals in der Woche nur zum Frühstücken kommen", sagt Kern.

An einem Tisch wartet Marie Wilms darauf, dass ihr Mann Heinz mit dem Frühstück von der Kasse kommt. "Wir sind drei Mal in der Woche hier", sagt sie. Das Ehepaar kommt aus Mönchengladbach. Vor etwa zwei Jahren haben sie das Frühstücksangebot des Möbelhauses für sich entdeckt. "Inzwischen kennen wir hier viele Leute. Man sitzt zusammen und unterhält sich. Das ist schöner, als allein zu Haus zu sitzen", sagt Marie Wilms.

Zu den Verkaufsschlagern im Ikea-Restaurant gehört das Schwedenfrühstück. "Letzte Woche haben wir insgesamt 1045 davon verkauft", sagt Kern. Dazu werden noch etwa 500 andere Frühstücksteller verkauft und das, was sich die Kunden selbst zusammenstellen. Viele kommen vor allem, weil das Frühstück mit 1,95 Euro günstig ist und man Kaffee kostenlos nachfüllen darf.

Ein paar Tische neben Familie Wilms hat es sich eine Gruppe aus Neuss bequem gemacht. "Wir treffen uns hier jeden Montag", sagt Liselotte Tappenbeck. "Wir wohnen alle in der Nachbarschaft und genießen es, hier in gemütlicher Runde zusammen zu sitzen." Wie lange die Neusser Nachbarn sich schon hier zum gemeinsamen Frühstück treffen, können sie gar nicht mehr so genau sagen. Manche schon seit zehn Jahren, manche sind seit fünf Jahren dabei, einige erst seit kurzem. "Es macht uns einfach Spaß", sagt Winfried Bothe.

Mittlerweile ist es 9.30Uhr, und das Einrichtungshaus hat geöffnet. Doch das kümmert die meisten nicht, denn sie sind zum Frühstücken und nicht zum Einkaufen hier. So auch Helga Bauer und Claudia Matheisen. "Wir kommen zwei Mal in der Woche, nachdem wir die Kinder in den Kindergarten gebracht haben", sagt Helga Bauer. Die Schwägerinnen treffen sich bereits seit acht Jahren. Ausnahmsweise sind heute ihre Männer mit dabei: "Die haben frei und durften mit", sagt Claudia Matheisen.

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