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Jahresrückblick: Geplant, gebaut, gestritten

Jahresrückblick: Geplant, gebaut, gestritten

Einiges wurde in diesem Jahr auf den Weg gebracht. Arcelor zieht sich zurück.

Neuss. An Grundsteinlegungen und Richtfesten war kein Mangel im Jahr 2010. Gleich beides wurde am alten Busbahnhof gefeiert, wo nach langem Vorlauf und anfänglichen Verspätungen das Romaneum nun mit Tempo errichtet wird. Aus Mitteln des Konjunkturpakets 2 entsteht an der Weberstraße die Dreifach-Sporthalle samt Mensa für die drei ansässigen Schulen — wegen Kostensteigerungen nicht ganz so komfortabel wie geplant. Richtfest feierten die Betreiber der Skihalle: Das künftige Hotel soll im Mai 2011 eröffnen. Diverse Kitas, Schulerweiterungen kommen hinzu. Gebaut wird im Marianum-Park, umgebaut wird im Marianum selbst, auch wenn Eigentümer Licom heftige Probleme mit seinen Geschäftsführern überwinden muss. Und geplant werden kann jetzt am Münsterschul-Gelände: Nach langem Streit und komplizierten Verfahren entschied der Rat mit knapper Mehrheit für eine Bebauung mit Stadthäusern.

Eigentlich sollte 2010 der Umbau am Hafenkopf 1 beginnen. Eigentlich. Die Genehmigung aus Düsseldorf steht noch aus — macht ein Jahr Verzögerung.

Eine schier endlose Geschichte steht jetzt wieder auf Anfang. Das Case-Gelände, hochattraktiv am Hafenbecken 1, hochsensibel als Bindeglied zwischen Innenstadt und Hafen-Flächen, stand Jahre leer — und steht jetzt wieder zur Verfügung. Im Sommer 2007 hatte die Stadthafen GmbH, Stadt-Tochter und Eigentümerin der Fläche, verkündet: Arcelor, später Arcelor-Mittal, weltgrößter Stahlkonzern, wollte in Neuss seine Deutschland-Logistik-Zentrale errichten. Doch das Warten ging weiter. Schließlich kaufte die Movesta, Tochter der IKB-Bank, das Gelände — die Bank sollte als Projektentwickler für Arcelor aktiv werden und bauen, Arcelor wollte mieten.

Doch es sollte keinen Baustart geben. Der Kaufpreis von 8 Millionen Euro ist immerhin, bis auf einen geringen Rest, bei der Stadthafen eingegangen, ein Bauantrag ist gestellt. Doch mal war von der schlechten Lage auf dem Stahlmarkt die Rede, dann heißt es, das Movesta-Projekt über 40 Millionen Euro sei nicht ausfinanziert.

Im Herbst dieses Jahres wurde die Stadthafen GmbH aktiv. Geschäftsführer Frank Gensler berichtete, man habe von Arcelor bis Mitte Dezember „ein belastbares Signal, dass es losgeht“, erbeten. Antwort: Das sei nicht möglich und für 2011 wohl auch nicht. Der weltweit operierende Konzern, so Gensler, setze jetzt wohl andere Akzente.

Im Grundbuch ist noch die Stadt als Eigentümerin eingetragen. Nach dem Rückzug des Stahl-Konzerns geben sich Bürgermeister Herbert Napp und Frank Gensler betont gelassen. Das Interesse, gerade bei Logistikunternehmen, sei groß, heißt es.