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Integrativ: Platz für alle Kinder

Integrativ: Platz für alle Kinder

Ab Sommer sollen fünf Lerngruppen für 20 Schüler zur Verfügung stehen.

Neuss. Mit dem Start der Sekundarschule in Gnadental zum Sommer entsteht dort auch eine integrative Lerngruppe. Dem wird aller Voraussicht nach der Schulausschuss in der kommenden Woche zustimmen.

Zwar sind beim vorgezogenen Anmeldeverfahren nur 69 statt der gesetzlich geforderten 75 Anmeldungen für die neue Schule zustande gekommen. Deutlich mehr Eltern hatte zuvor bei einer Befragung der Stadt angegeben, ihr Kind dort anmelden zu wollen. Doch geht die Stadtverwaltung fest davon aus, dass von den Eltern der — wieder einmal — in großer Zahl auf den Gesamtschulen abgewiesenen Kindern einige Anmeldungen zur Sekundarschule folgen werden.

Neben der Lerngruppe an dieser Schule wird eine zweite neu an der Ganztagsrealschule Norf etabliert. Ab Sommer steht dann an fünf weiterführenden Schulen in Neuss je eine integrative Lerngruppe für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zur Verfügung. Neben der Sekundarschule und der Realschule Norf sind das die Maximilian-Kolbe-Hauptschule — die einzige Hauptschule im Kreis, die ab Sommer noch Kinder aufnimmt —, die Realschule Südstadt und die Gesamtschule Nordstadt.

Damit wären alle 20 Kinder aus Neuss, deren Eltern die Aufnahme in einer integrativen Lerngruppe gewünscht haben, untergekommen. Christa Banisch vom Schulamt für den Rhein-Kreis Neuss bewältigt mit einer Kollegin die Mammutaufgabe, kreisweit die Elternwünsche zu erfüllen. Zahllose Gespräche mit Eltern, Schulen, Bezirksregierung und den Kommunen gehören dazu. Sie vermittelt auch die Pädagogen von Förderschulen, die die Regelschulen mit integrativen Lerngruppen in bis zu 16 Wochenstunden unterstützen „Wir kriegen es hin, und immer zum Wohl der Kinder“, sagt sie.

Das bestätigt Christiane Zangs, Schuldezernentin in Neuss. Sie ist froh, dass alle Kinder einen Platz bekommen haben. „Wir entscheiden gemeinsam und finden für jedes Kind eine Lösung“, sagt sie. Noch handeln Schulträger und Schulaufsicht ohne ein Landesgesetz zur Inklusion — das ist zunächst einmal verschoben.