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Infrastruktur Neuss: Abwassergebühr wird überprüft

Verwaltungsrat der Infrastruktur Neuss tagt : Abwassergebühr kommt auf den Prüfstand

ISN ermittelt stichprobenartig den Anteil der versiegelten Grundstücksfläche.

(-nau) 20 Jahre nach Einführung einer Trenngebühr für Schmutz- und Niederschlagswasser soll das System unter dem Aspekt Gebührengerechtigkeit überprüft werden. Auf Antrag der Koalition von CDU und Grünen beschloss der Verwaltungsrat der Infrastruktur Neuss (ISN), den Anteil der versiegelten Fläche auf einem Grundstück, für den eine Abwassergebühr fällig wird, abzugleichen. Mit ihrer Vorstellung, begrünte Dachflächen bei dieser Berechnung fast vollständig auszusparen, konnte sich die Koalitionnicht durchsetzen.

Auf Antrag, so teilte die ISN mit, werden Gründächer zur Hälfte von der Gebühr befreit. Eine höhere Ermäßigung sei nicht möglich, da auch Gründächer an die Kanalisation angeschlossen werden müssen. Begründung: Bei Stark- oder Dauerregen könne ein Gründach nicht das ganze Wasser speichern,  ein Überlauf ist nötig. Dort, wo ein Versickern auf dem Grundstück – wozu allerdings eine wasserrechtliche Genehmigung des Kreises nötig wäre – nicht möglich ist, muss auch ein Gründach an den Regenwasserkanal angeschlossen werden.

Dass sich der Anteil der versiegelten Flächen, wie die Koalition vermutet, seit 2002 etwa dadurch vergrößert hat, dass Vorgärten umgewandelt wurden, kann die ISN nicht bestätigen. 2017 sei der Ortsteil Derikum zu Testzwecken mit einer Kamera überflogen worden, teilt sie mit. Die Aufnahmen wurden von einem Ingenieurbüro ausgewertet. Ergebnis: Die Differenz zwischen dem vom Kameraobjektiv als „versiegelt“ Erfassten und dem, was die Grundstücksbesitzer im Rahmen einer verpflichtenden Selbstauskunft angegeben hatten, lag in den Wohngebieten bei drei Prozent. Um den tatsächlichen Flächenanteil gebührenrelevant berechnen zu können, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die ISN schlägt vor, die aus dem Vorjahr stammenden Luftbilder, die das Schwesterunternehmen Liegenschaften und Vermessung Neuss in Auftrag gegeben hatte, zu nutzen, um in allen Stadtteilen die Angaben zu überprüfen.

Ein weiteres Thema war der Jahresabschluss. Bei einer Bilanzsumme von 364,7 Millionen Euro wurde ein Überschuss in Höhe von 5,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Der wird auf die hohe Kante gelegt, um Investitionen tätigen zu können, zum Beispiel in die Kläranlage Neuss-Süd.