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Ineos errichtet im Chemparkeine gigantische neue Anlage

Ineos errichtet im Chemparkeine gigantische neue Anlage

Für die Arbeiten muss die Bundesstraße 9 heute noch einmal mehrmals kurzfristig gesperrt werden.

Dormagen. Es sieht aus, als hätte ein riesiges Kind Teile seines Technik-Baukastens vor Werkstor 9 der Firma Ineos abgelegt. Tatsächlich gehören die gigantischen Stahlröhren zu einer Erweiterungsanlage, die zurzeit auf dem Gelände im Chempark entsteht. Vor dem Tor warten die Stahlkolosse auf den Transport zu ihrem Aufstellungsort.

„Wir haben extra ein neues Tor gebaut. Durch die Werkszufahrt hätten die Transporter nicht gepasst. Auch auf dem Gelände mussten wir neue Wege schaffen“, erklärt Marc Dahlmann, der mit einem Team von rund zehn Leuten den Bau der neuen Anlage betreut.

Rund drei Jahren haben sie Transport und Aufstellung der drei Riesen-Röhren vorbereitet. Zusammengesetzt ergeben die jeweils 25 Meter langen Teile eine Destillationskolonne — das Herzstück der Diisobutylen-Anlage. In dieser Anlage — der erste Teil entstand bereits in den 1950e-Jahren — werden aus dem Rohstoff Isobuten wichtige Bestandteile von Lösungsmitteln und Kraftstoffen, aber auch Cremes und Lippenstiften hergestellt.

Die drei monströsen Kolonnen-Teile sind per Schiff aus Belgien nach Dormagen gekommen. Gestern gegen sieben Uhr morgens ist das erste Teil mit zwei Spezialkränen vom Schiff gehievt worden. Rund drei Stunden haben Entladen und Transport des rund 150 Tonnen schweren Kolonnen-Teils zum Werkstor gedauert.

Gestern Nachmittag kam der zweite Teil an Land. Heute wird gegen Mittag die letzte Riesen-Röhre zum Gelände es Chemieunternehmens gebracht. Wer mit dem Auto auf der Bundesstraße 9 unterwegs ist, wird es merken. „Wir müssen die Straße jeweils für rund zehn Minuten sperren, damit der Schwertransporter kreuzen kann“, erklärt Dahlmann. Immerhin sind die beiden elektronisch gesteuerten Transporteinheiten rund 40 Meter lang und acht Meter breit.

Ein rund 100 Meter hoher Spezialkran das zweite Teil auf das erste. Zehn Arbeiter verschweißen die rund acht Meter dicken Röhren miteinander. Schließlich wird das letzte Teil aufgesetzt und fest geschweißt. „Wir hoffen, dass wir keinen starken Wind bekommen. Wir müssen schon ab Windstärke drei die Arbeiten einstellen. Aber wenn alles glatt läuft, wird die Destillationskolonne Mitte nächster Woche stehen“, sagt Dahlmann.

Ihre Arbeit aufnehmen soll die neue Anlage Mitte nächsten Jahres. Für ihren Betrieb wird Ineos fünf neue Chemiefacharbeiter einstellen. Insgesamt hat die Baustelle zehn neue Arbeitsplätze in das Werk gebracht.