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Ikea-Umzug in Kaarst: Grünes Licht von der Bezirksregierung

Ikea-Umzug in Kaarst: Grünes Licht von der Bezirksregierung

Auch im Hinblick auf den Fachentwicklungsplan„Einzelhandel“ gibt es keine Bedenken.

Kaarst. Zwei gute Nachrichten brachte Bürgermeister Franz-Josef Moormann mit in die Sitzung des Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschusses (HWFA). Die Bezirksregierung hatte ihm schriftlich mitgeteilt, dass die landesplanerischen Ziele den Vorstellungen Ikeas für das neue Möbelhaus nicht entgegenstehen. Außerdem gibt es für den Bau der neuen Brücke über die L390 (Neersener Straße) eine Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen bei Erhalt der Gümpgesbrücke.

Hans-Joachim Bruschke, Leiter der Projektentwicklung bei Ikea

Bei einer Schließung des Bahnübergangs wären rund 6,5 Millionen Euro für das Projekt über das Eisenbahnkreuzungsgesetz förderfähig und 2,3 Millionen Euro über das Entflechtungsgesetz. Beim Fortbestand der Brücke würde die Gesamtinvestition von etwa 8,9 Millionen Euro auf die 60-prozentige Förderung des Landes NRW nach dem Entflechtungsgesetz berechnet werden. Der Unterschied wären Mehrkosten von 1,5 Millionen Euro für den Rhein-Kreis Neuss.

"Mit dieser bedeutenden Nachricht können wir jetzt entspannter denken und die Diskussion an anderer Stelle differenzierter führen", freute sich Moormann. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke wurde am Tag der Sitzung schriftlich darüber informiert. In welcher Höhe tatsächlich gefördert wird, hängt davon ab, welche Mittel im Haushalt zum gegebenen Zeitpunkt eingestellt sind. Die Ansiedlung von Ikea im Gewerbegebiet Hüngert II war bisher fraglich aufgrund seines zentrenrelevanten Sortiments.

Der Fachentwicklungsplan Einzelhandel stellt eine "Kaarster Liste" auf, die Produkte wie Textilien, Hausrat, Spielwaren und Bastelbedarf für den Verkauf in Ortszentren vorsieht. In seinem neuen Haus würde Ikea dafür 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche vorsehen, und hält damit landesplanerische Vorgaben ein. Insgesamt ist für das neue Einrichtungshaus eine Standardverkaufsfläche von 25500 Quadratmetern geplant.

Hinzu kommen Servicebereiche wie Restaurant, Kinderparadies oder Parkplatz. "Zurzeit steht hier eines der kleinsten Ikea-Häuser weltweit", sagte Detlef Boje, Leiter von Ikea Kaarst, im Ausschuss. Am aktuellen Standort kann ein Fünftel des 10000 Artikel umfassenden Katalogsortiments nicht angeboten werden. "Wir haben die Not und müssen schnell handeln", sagte der Leiter der Projektentwicklung Ikea, Hans-Joachim Bruschke, und betonte, dass es ohne die fertig gestellte Brücke keine vorzeitige Eröffnung des neuen Einrichtungshauses geben kann.