HTC SW Neuss wahrt mit Sieg eine kleine Aufstiegschance

HTC SW Neuss wahrt mit Sieg eine kleine Aufstiegschance

Der Hockey-Zweitligist schlägt den Spitzenreiter Polo Club mit 2:1. Für die Erstliga-Rückkehr braucht es aber eine große Überraschung.

Neuss. Die Zweitliga-Hockeyspieler des HTC SW Neuss haben am Wochenende zwei Siege eingefahren: Zunächst gelang dem Tabellenzweiten ein 2:1 (1:0)-Erfolg im Topspiel beim Spitzenreiter Hamburger Polo Club, tags darauf folgte ein 8:4 (4:3)-Sieg beim THK Rissen. Weil Polo aber sein zweites Spiel gewann, wird es für den HTC wohl trotzdem nicht zum Aufstieg reichen — wenn auch eine kleine Chance bleibt.

Die Neusser, die Polo bis auf einen Punkt auf die Pelle rückten, freuten sich dennoch. „Dafür, dass die so viel Geld in die Hand genommen haben, war das nicht genug“, stellte HTC-Trainer Matthias Gräber fest: „Man kann jetzt nicht sagen, dass die eine Weltklasseleistung geboten haben. Unser Sieg war verdient.“

Den ersten Wirkungstreffer setzte Sebastian Draguhn schon in der 7. Minute mit der ersten Strafecke zum 1:0. Der starke Start gelang, obwohl die Neusser wegen eines Staus bei der Anfahrt die Anlage in Klein Flottbek erst eine Viertelstunde vor dem Anpfiff erreicht hatten. „Und wenn wir dann mal lange führen, wird es gegen unsere Raumdeckung für jeden Gegner schwer“, sagte Gräber, der mangels einsatzfähigen Personals ein gut 50-minütiges Comeback gab.

Um die Kreise von Hamburgs Mittelfeldstrategen Carlos Nevado und Leon Thörnblom einzuengen, hatte Gräber sein Team in Absprache mit seinem „Co“ Till Brucke gehörig durcheinandergewirbelt. Polo wirkte irritiert, erhöhte zwar den Druck, kam aber lediglich zu zwei Lattentreffern und nach einer von Jonathan Fröschle verwandelten Strafecke zum Ausgleich (34.). Gerade mal fünf Minuten später nutzte Ivo Otto jedoch die zweite von nur zwei Neusser Strafecken zum 2:1. Und weil es dabei blieb — kurz vor Schluss fischte Abbas Haider den Ball mit dem Schläger aus dem Winkel —, kam Gräber ins Grübeln. „Was hätte sein können“, fragte er, „wenn wir gegen Klipper und Gladbach nicht vier Punkte verschenkt hätten?“

Dann stünde Schwarz-Weiß jetzt mit einem Bein in Liga eins. So aber wird wohl Polo aufsteigen. Denn der Tabellenführer trifft am letzten Spieltag auf den seit dem Wochenende als Absteiger feststehenden Tabellenletzten Klipper THC Hamburg. Neuss empfängt zeitgleich am 17. Juni (14 Uhr) Schwarz-Weiß Köln im Jahnstadion.

Das zweite Spiel der Neusser am vergangenen Wochenende ging derweil „hin und her, war aber nicht wirklich auf hohem Niveau. Beide Mannschaften leisteten sich viele Fehler“, sagte Brucke.

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