HTC SW Neuss stimmt sich mit hartem Testspiel aufs Derby ein

HTC SW Neuss stimmt sich mit hartem Testspiel aufs Derby ein

Der Hockey-Zweitligist hat heute den Gladbacher HTC zu Gast.

Neuss. Die Jungs aus den United States waren nicht zum Spaßen aufgelegt. Im Testspiel an der Jahnstraße forderte die US-Nationalmannschaft dem Hockey-Zweitligisten HTC SW Neuss alles ab, gewann sogar mit 2:1 und verdiente sich damit den Respekt der Gastgeber. „Die sind schon gut“, sagte HTC-Coach Matthias Gräber und ging ins Detail: „Jeder aus deren 20-Mann-Kader könnte in der 2. Bundesliga mitspielen, die Top Ten wahrscheinlich sogar in der 1. Liga.“

Dass die Amerikaner auf ihrer Europatournee Station in Neuss machten, war ein Glücksfall für die Schwarz-Weißen, sorgten sie mit ihrem aggressiven und temporeichen Auftritt doch für die ideale Einstimmung auf das Liga-Spiel heute (16 Uhr, Jahnstadion) gegen den Gladbacher HTC. „Denn das ist halt ein Derby — und der GHTC immer unangenehm“, sagt Gräber.

Die Gladbacher stehen als Tabellenvorletzter auf einem Abstiegsplatz. Nur neun Punkte kamen in der Hinrunde aufs Konto, Grund genug, die Reißleine zu ziehen. Schon vor der Hallensaison löste Marcus Reifenberg auf der Trainerbank Philipp Heymanns ab. Der 30-Jährige, als Referent für Sportentwicklung beim Westdeutschen Hockey-Verband unter Vertrag, war in den vergangenen Jahren als Jugendtrainer bei seinem Heimatverein ETB SW Essen im Einsatz. Ihm als Co-Trainer zur Seite steht der 2. Vorsitzende Thomas Krauß.

Richtig weh tat der Abgang des im Winter nach Neuss gewechselten Tomasz Górny. Als wichtigste Transfers sorgen indes die Rückkehrer Niki Braun (Malaysia) und Tillmann Pohl (verletzt) für einen deutlichen Qualitätsschub. Mittlerweile ist die Stimmung in Gladbach wieder so gut, dass der Verein als neues Saisonziel die „Top fünf“ angibt. Und auch für das Match in Neuss hat Krauß klare Vorstellungen: „Wir fahren dorthin, um drei Punkte mitzunehmen.“

Selbstverständlich kennt Gräber, einst selbst für den GHTC am Schläger, das Team des Lokalrivalen genau. Und trotzdem sagt er: „Das Ding ist echt ’ne Wundertüte.“ So stand in der Vorbereitungsphase ein Sieg über den Zweitliga-Rivalen SW Köln zu Buche, aber für Kopfschütteln sorgte eine 0:7-Niederlage gegen den Regionalligisten Crefelder HTC II. Mit Prognosen hält sich der Neusser Trainer darum lieber zurück, stellt aber klar: „Wenn wir den Anspruch haben, oben dranzubleiben, musst du diesen Gegner schlagen, fertig.“

Den Druck sieht er freilich eindeutig bei den um den Klassenverbleib kämpfenden Gästen. „Die müssen — wir wollen, müssen aber nicht“, sagt er. Fehlen wird ihm nur Oliver Stümpel.

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