Horrem bekommt einen Kreisel

Horrem bekommt einen Kreisel

Am 20. August beginnen die Bauarbeiten.

Horrem. Die Weilerstraße in Horrem wird bis Ende des Jahres zum Nadelöhr. Denn die Horremer müssen sich auf eine längere Baustelle auf dem nördlichen Abschnitt einrichten: In knapp einer Woche beginnen dort die Arbeiten für den Kreisverkehr, der die Weilerstraße direkt an die Straße Am Hagedorn anschließen wird. Dadurch soll unter anderem die Heinrich-Meising-Straße entlastet werden, wenn die Anwohner des Hagedorns keinen großen Bogen mehr fahren müssen.

Außerdem bekommt die Weilerstraße von der K 12 auf beiden Seiten einen Bürgersteig bis zur Heinrich-Meising Straße. Beide Bushaltestellen werden ein Stück versetzt und barrierefrei. Das Projekt kostet 902.000 Euro, über die Hälfte davon wird von Bund und Land durch Förderungen gedeckt. Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten beendet sein.

„Dadurch erhält Horrem einen ganz neuen Nordeingang“, betont der städtische Projektkoordinator Detlev Falke von der Stabsstelle Soziale Stadt. Denn der Grund für den Kreisverkehr-Bau im Rahmen des Stadtteilentwicklungsprogramms „Soziale Stadt Horrem“ war nicht wie sonst die Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Sicherheit, sondern vor allem „eine städtebauliche Aufwertung, eine Umverteilung des Autoverkehrs und eine Entlastung der Weilerstraße“, wie Falke ausführt. Aktuell passieren bis zu 4550 Fahrzeuge am Tag die Straße. Durch die Baumaßnahme wird eine Umverteilung des Verkehrs auf den Hagedorn erfolgen, so dass die Weilerstraße um rund 2000 Fahrzeuge täglich entlastet wird.

„Viele Bürger haben im Vorfeld der Neugestaltung mitdiskutiert, jetzt ist es so weit, und die Bauarbeiten beginnen“, sagt Erster Beigeordneter Robert Krumbein. „Im Ergebnis wird die Verkehrsbelastung deutlich reduziert.“

Um das zu erreichen, stehen jedoch zunächst umfangreiche Bauarbeiten an, durch die es in den nächsten vier Monaten zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen wird. „Wir versuchen natürlich, die Anwohner so wenig wie möglich zu belasten“, verspricht Thomas Gruteser von den Technischen Betrieben Dormagen. Die Dormagener Baugenossenschaft stellt Lagerflächen zur Verfügung.

Zunächst wird eine Baustellenampel bei halbseitiger Sperrung der Weilerstraße den Verkehr regeln. Der Busverkehr wird dadurch nicht beeinträchtigt, er soll in der ganzen Zeit Horrem durchfahren können. „Wir werden das Gelände aufschütten müssen, um die Schräglage auszugleichen“, erklärt Nico Ansorge vom Ingenieurbüro Johannes Klee aus Aachen, das Erfahrungen mit Hanglagen hat. „Das Gelände wird moderat angeglichen, so dass es kein Gefälle, sondern weiche Übergänge gibt“, ergänzt Gruteser. Begonnen wird mit Vorarbeiten, als erster Abschnitt wird die Verbindung zum Hagedorn geschaffen, so dass darüber dann auch bei der voraussichtlichen einwöchigen Vollsperrung der Weilerstraße im Dezember der Busverkehr laufen könne. Diese Woche wird benötigt, um die letzte Asphaltschicht aufzubringen.

„Durch eine entsprechende Beschilderung weisen wir Verkehrsteilnehmer weiträumig auf Einschränkungen hin“, sagt Krumbein. So sollen Autofahrer rechtzeitig über die Baustelle auf der Weiler Straße und die Umfahrungsmöglichkeiten über die L 280 oder die Haberlandstraße informiert werden. Dann fiele vielleicht auch der „Abkürzungsverkehr“ durch Horrem weg.

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