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Hermann Gröhe: Staatsminister im Bundeskanzleramt?

Hermann Gröhe: Staatsminister im Bundeskanzleramt?

Der Bundestagsabgeordnete ist als Müller-Nachfolger im Gespräch.

Neuss. Viele versuchten an diesem Wochenende, Hermann Gröhe zu erreichen. Ob beim Königsehrenabend - er ist im Schützenlustzug "Frischlinge" aktiv - oder beim Fest zum 20-Jährigen der Betriebsstätte Hemmerden der Behinderten: Immer wieder versuchten Journalisten und Parteifreunde eine Antwort zu erhalten: Wird der Neusser CDU-Bundestagsabgeordnete neuer Staatsminister im Bundeskanzleramt? Nachfolger der Merkel-Vertrauten Hildegard Müller, die im Oktober in die Wirtschaft wechselt?

Hermann Gröhe, freundlich und bestimmt, antwortete an diesem Wochenende immer nur mit einem Satz: "Mit mir hat niemand gesprochen." Er sagt es so, dass es glaubhaft klingt. Ob ihn die Aufgabe an der Berliner Schaltstelle reizen würde, dort, wo entscheidend die Politik von Bundesregierung, Bundestagsfraktion und den Ländern koordiniert wird, wie er seine Chancen sieht, wie dann die Arbeit in Neuss und im Kreis weitergehen könnte: All das lässt Gröhe unkommentiert.

Der Neusser Christdemokrat gilt vielen als Merkel-Vertrauter. Doch zum engsten Führungszirkel rechne er sich nicht, schwächte Gröhe gestern ab: Das zu behaupten wäre wohl ein wenig zu kokett. Allerdings: "Ich kenne Angela Merkel seit meinen Zeiten als JU-Vorsitzender, da war sie Jugendministerin im Kabinett von Helmut Kohl." Ihr Verhältnis bewege sich "zwischen Prokura und punktuell sehr vertrauensvollem Umgang".

Seit den Tagen als JU-Chef ist der Christdemokrat in viele Ämter aufgestiegen. Er ist direkt gewählter Bundestagsabgeordneter, seit 2001 CDU-Vorsitzender im Rhein-Kreis Neuss. Als engagierter Protestant arbeitet Hermann Größe seit mehr als zehn Jahren im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland EKG, in Neuss ist er Vorsitzender des Diakonischen Werks.

In Berlin agiert Hermann Gröhe seit fünf Jahren als Justitiar der Bundestagsfraktion. Und bald als Staatsminister? Nachgefragt habe er nicht, sagt er nachdrücklich. "Das ist ein Posten, um den man sich nicht bewirbt. Und ich werde sicher keine SMS an die Kanzlerin nach Tiflis schicken."