Haus der Jugend in Neuss wird saniert - und zieht deshalb zum Neumarkt

Jugendtreff in Neuss : Vom Haus der Jugend bleiben nur die Grundmauern

Der Jugendtreff am Hamtorwall wird saniert. Deshalb steht jetzt der Umzug ins Provisorium am Neumarkt an.

„Von dem Bau bleiben nur noch die Grundmauern stehen“, sagt Einrichtungsleiter Holger Lehnhoff. Denn in den kommenden zwölf bis 15 Monaten wird das Haus der Jugend, wo täglich rund 60 bis 70 Jugendliche ab zwölf Jahren sportliche und kreative Angebote nutzen, saniert und modernisiert. Kaum wiederzuerkennen werde das Gebäude am Hamtorwall sein, in dem sich die katholische offene Jugendfreizeiteinrichtung seit 1972 befindet:

Ein größerer Veranstaltungsraum mit neuer Sound-Anlage wird bis zu 300 Konzert- oder Theaterbesuchern Platz bieten; im Erdgeschoss entsteht außerdem eine Cafeteria mit Außenterrasse, im Untergeschoss wird die rund 150 Quadratmeter große Skater-Anlage durch einen Außenbereich erweitert, zählt Lenhoff auf. Und der Band-Proberaum werde mit Aufnahmemöglichkeiten ausgestattet. „So können wir junge Bands noch stärker fördern“, sagt Lehnhoff. Im ersten Stock entstehen zudem neue Gruppenräume für HipHop, Capoeira, Basteln oder Medienangebote.

Besonders wichtig ist Lehnhoff, dass im neuen Haus der Jugend alle fünf Etagen über einen Aufzug barrierefrei erreichbar sind. „So bieten wir nicht nur lernbehinderten und geistig behinderten Jugendlichen, sondern auch körperbehinderten Menschen die Möglichkeit der Teilhabe an unserem Angebot.“ Seit rund fünf Jahren offeriert das Haus inklusive Angebote für junge Menschen mit und ohne Behinderungen, etwa eine Tanz- und eine Theatergruppe. „In den neuen Räumen können wir noch professioneller inklusiv arbeiten“, sagt Sozialpädagoge Andreas Franzen.

Die Modernisierung
kostet etwa 2,2 Millionen Euro

Bis die aufwendigen, rund 2,2 Millionen Euro teuren und durch den neuen Träger, die Katholische Jugendagentur Düsseldorf, mit initiierten Sanierungs-, Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen Ende 2020 abgeschlossen sind, zieht der Jugendtreff in Übergangs-Räume am Neumarkt und am Meerer Hof. „Dort können die meisten der bisherigen Angebote der Jugendeinrichtung weiter stattfinden“, sagt Lehnhoff. Einige Angebote, Konzerte zum Beispiel, werden in den Hamtorkrug sowie ins Greyhound Pier 1 verlegt, so auch das „Neuss Now“-Festival am 25. Oktober. „Durch die Lage gleich neben der Stadtbibliothek eröffnen sich neue Möglichkeiten und Zielgruppen“, sagt Lehnhoff.

Bei der Gestaltung des Jugendcafés, das unter der Woche von 13 bis 20 Uhr am Neumarkt seine Türen öffnet, könnten etwa OGS-Schülerinnen des benachbarten Marienberg-Gymnasiums helfen. „Vielleicht finden aufgrund der überschaubaren Dimensionen auch generell mehr Mädchen den Weg zu uns“, sagt Sozialpädagogin Victoria Dahm.

Eine Kooperation mit der Stadtbibliothek läuft bereits. Dort veranstaltet das Haus der Jugend Schultrainings zu Kommunikation in der Klasse und Konfliktarbeit. Auch für das neu sanierte Haus plant Lehnhoffs Team bereits erste Kooperationen, etwa mit den  katholischen Jugendverbänden und dem Jugendmigrationsdienst, die den zweiten Stock beziehen werden.

Die Übergangs-Heimat des Haus der Jugend am Neumarkt kann man  am Samstag, 28. September, ab 10 Uhr kennenlernen (siehe Kasten).

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