Hafenspeicher: Betreiber sehen Hotelbau zuversichtlich entgegen

Das Oberlandesgericht prüft die Pläne für das Speicherstadt-Hotel.

Hafenspeicher: Betreiber sehen Hotelbau zuversichtlich entgegen
Foto: Söllner Communications AG

Neuss. „Das Risiko, dass das Hotel nicht gebaut wird, liegt bei einem Prozent“, sagt Martin Kemmer, geschäftsführender Gesellschafter der Hotelbetreibergesellschaft „Place Value GmbH“. Im Frühjahr 2020 soll im Neusser Hafen ein Speicherstadt-Hotel entstehen. In dem bevorstehenden Normenkontrollverfahren des OVG Münster Ende Januar, das die Rechtmäßigkeit des Bebauungsplanes prüft, sieht er keine Gefahr.

Martin Kemmer, geschäftsführender Gesellschafter der Hotelbetreibergesellschaft „Place Value GmbH“

„Bei einer negativen Entscheidung wird der Bebauungsplan nachgebessert, das Vorhaben aber nicht abgesagt“, sagt Kemmer. Die Stadt sei schon sehr interessiert daran, dass das Hotel gebaut wird. Denn die jetzige Hafenkulisse wolle so keiner haben. „Da geht man zum Kino und man ist nicht willkommen. Das hat die Stadt Neuss nicht verdient“, meint Kemmer. Der Hafen sei bisher nicht der Ort, an dem man mit seiner Familie spazieren gehe. Durch den Bau des Hotels, solle die triste Landschaft mit Leben gefüllt werden.

Und um das möglichst schön gestalten zu können, sieht Kemmer in der momentanen Bauverzögerung sogar etwas Gutes: „Das Hotel kann jetzt detailliert geplant werden. Dinge, die sonst erst später an der Reihe sind, können jetzt schon ausgereift werden.“ Für ihn persönlich sei zum Beispiel das Lichtkonzept des Konferenzraumes eine Herzensangelegenheit. Viel zu oft könne man die Beleuchtung in solchen Räumen nur besonders hell oder dunkel einstellen. „Die Veranstaltung selbst soll aber in ein entsprechendes Licht gelegt werden“, sagt Kemmer.

Des weiteren sei so Zeit, die Umsetzung des geplanten Themas genau zu entwickeln: „Das Korn soll sich als entscheidendes Merkmal überall im Design wiederfinden.“ Außerdem solle in der zum Gebäude gehörenden Destillerie Korn hergestellt werden, eine eigene Bäckerei bleibe aber wohl eine Illusion: „Um das Korn auch richtig verarbeiten zu können, sieht die Bauordnung Vorkehrungen vor, die wir wahrscheinlich nicht realisieren können“, sagt Kemmer.

Obwohl das Normkontrollverfahren den Baustart verzögert, hält Kemmer die geplante Eröffnung im März 2020 weiterhin für realistisch: „Wenn alle mit anfassen, ist es immer noch möglich. Es wird aber sportlich.“