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Grundschulen in Neuss: Stadtelternrat will Corona-Gipfel zu Lolli-Tests

PCR-Lollitests an Grundschulen : Stadtelternrat fordert Krisensitzung

Ausbleibende Testergebnisse an den Grundschulen sorgen für Frust. Gremium will Verbesserungen.

Galgenhumor. Mit diesem Wort bringt Dorothee Mühle, Schulleiterin der Karl-Kreiner-Schule, die aktuelle Stimmungslage auf den Punkt. Zuerst waren die Einzeltests einer Grundschulklasse nach einem positiven PCR-Pool-Test im Labor verschwunden, sodass Nachtestungen erforderlich waren. Am Donnerstag wartete nun eine Schulklasse erneut auf die Einzeltest-Ergebnisse. Doch nicht nur das. „Im Labor ist auch ein kompletter Klassen-Satz vertauscht worden. Aufgefallen ist das nicht dem Labor, sondern mir“, sagt Mühle. Drei Klassen der Karl-Kreiner-Schule befinden sich derzeit in Quarantäne. „Ich bin froh, dass uns die Eltern so sehr den Rücken stärken“, betont die Schulleiterin. Ihr Arbeitstag beginnt angesichts des Labor-Chaos morgens um 6 Uhr und endet selten vor 22 Uhr. Das ist kräftezehrend.

Auch an der Richard-Schirrmann-Schule in Hoisten musste am Donnerstag eine ganze Grundschulklasse in Quarantäne bleiben. Das bestätigt Schulleiter Adi Leweke. „Die Einzeltest-Befunde sind morgens nicht gekommen“, sagt er. „Damit hat es uns als Schule jetzt auch mal erwischt.“ In der vergangenen Woche habe mit dem Labor noch alles funktioniert. Dorothee Mühle betont, dass die Situation „von Labor zu Labor unterschiedlich“ sei. „Es kommt darauf an, welches Labor für eine Schule zuständig ist.“

Eltern, Schüler und Lehrer an der Belastungsgrenze, ausbleibende Testergebnisse, Quarantäne, die vor allem für berufstätige Eltern oft knifflige Frage, kurzfristig eine Betreuung finden zu müssen – das ruft den Stadtelternrat auf den Plan. Dirk Jansen, Vorsitzender des Gremiums, das sich aus Vertretern der Schulpflegschaften aller städtischen Neusser Schulen zusammensetzt, betont, dass er sich angesichts der vielen Probleme rund um die PCR-Pool-Testungen für eine Krisensitzung einsetzt. „Wir sollten mit Vertretern von Schulverwaltung und Politik schauen, wie man die Situation besser in den Griff kriegen kann“, sagt Jansen. Dabei will er auch den CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Geerlings ins Boot holen. „Er hat schließlich einen guten und kurzen Draht ins NRW-Schulministerium und kann die Probleme und Sorgen der Eltern dort noch einmal hinterlegen.“

Jörg Geerlings betont, dass er offen für den Vorstoß des Stadtelternrats ist. Er findet die Idee zu einem Austausch über die aktuelle Lage gut. „Die Situation fordert alle – Eltern, Kinder, Lehrer. Der Stressfaktor ist hoch“, sagt Geerlings.