Grüne wollen Verbot für Einweggeschirr auf Festen

Grüne wollen Verbot für Einweggeschirr auf Festen

Die Stadt soll prüfen, welche Alternativen es für Pappe und Plastik bei Veranstaltungen gibt.

Kaarst. Die Portion Pommes, der Becher Cola oder die beliebte Currywurst — für viele gehören diese Leckereien zu Festen dazu. Doch sie hinterlassen nicht nur einen gefüllten Magen, sondern in den meisten Fällen auch Müll. Das wollen die Kaarster Grünen in Zukunft verhindern. Für die Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am 26. September stellt die Fraktion einen Antrag, mit dem die Verwaltung beauftragt werden soll, ein Konzept zur Müllvermeidung bei Veranstaltungen im Stadtgebiet einzuführen und umzusetzen.

„Bei Veranstaltungen im Stadtgebiet wird überwiegend noch Einweggeschirr aus Plastik oder Papier verwendet, obwohl es mittlerweile praktikable Mehrwegsysteme oder biologisch abbaubare Geschirre in verschiedenen Ausführungen gibt“, begründet der Fraktionsvorsitzende Christian Gaumitz den Antrag. Die Verwaltung solle nun gemeinsam mit den Organisatoren von Kaarst Total, Schützenfesten und anderen großen Veranstaltungen ausloten, ob auf Mehrweggeschirr oder biologisch abbaubare Geschirre zurückgegriffen werden kann. Als positives Beispiel bei der Vermeidung von Plastikmüll nennt Gaumitz den Verzicht auf Plastiktüten, der sich mittlerweile etabliert habe.

Der Kaarster CDU-Chef Lars Christoph begrüßt die Idee, hält sie jedoch nur in Teilen für umsetzbar: „Die Stoßrichtung, mehr Einweg zu verwenden, ist richtig.“ Bei einem Grillfest mit 1000 verkauften Würstchen sei es jedoch äußerst schwierig, von einem Pfandsystem Gebrauch zu machen und auf die typischen Pappteller zu verzichten. „Da haben die Leute keine Lust drauf“, sagt der Fraktionsvorsitzende. In Zeiten von immer ausgeprägteren Auflagen für Veranstalter sei es wichtig, weitere Veränderungen „mit Augenmaß“ vorzunehmen. „Sonst kann man Veranstaltungen auch kaputt machen“, sagt Christoph. Zuspruch gibt es von der SPD: „Die öffentliche Hand sollte als gutes Beispiel vorangehen. Man muss schauen, welche alternativen Materialien es auf dem Markt gibt, und alles andere ausschließen“, sagt die Fraktionsvorsitzende Anneli Palmen.

Claus Schiffer, Präsident und erster Brudermeister der Kaarster St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft, macht darauf aufmerksam, dass er und seine Kameraden bereits weitgehend Einweggeschirr ohne Kunststoffanteil verwenden. Auf Plastik-Einwegbecher werde ohnehin verzichtet, im Festzelt habe man zudem die Papiertischdecken verbannt und setze nun auf wiederverwendbare Varianten.

Und was sagt die Stadt? „Alle Anstrengungen, die Veranstaltungen im Stadtgebiet ökologischer machen, sind zu begrüßen. Dazu könnte in Abstimmung mit den Veranstaltern auch der Einsatz von Mehrweggeschirr oder biologisch abbaubaren Materialien zählen“, sagt Sprecher Peter Böttner. Welche Lösung geeignet ist, wäre nach der Entscheidung des Ausschusses zu prüfen. „Bereits jetzt werden jedoch bei den Stadtfesten immer mehr umweltschonende Mehrwegsysteme genutzt. Die Stadt erarbeitet zudem ein Klimaschutzkonzept, in dem auch dieses Thema Beachtung finden wird“, so Böttner.

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