Grevenbroich: Neue Balken im Wevelinghovener Kirchendach

Die Renovierung war dank vieler Privatleute und Vereine möglich.

Grevenbroich. Die Renovierung des Dachstuhls der evangelischen Kirche Wevelinghoven ist beendet. Vier Monate lang mussten die Gläubigen ins Gemeindehaus ausweichen, dann, am Sonntag, 8. November, konnten sie die erste Messe im renovierten Kirchengebäude feiern. Möglich wurde die Sanierung durch unzählige kleine Spenden, erzählt Pfarrer Hans-Hermann Moll: "Allein aus der Bevölkerung sind 90 000 Euro zusammengekommen - und das in einem Dorf mit nur 10000 Einwohnern."

Da war beispielsweise die Schützenzugs-Abordnung, die eines Abends vor dem Pfarrhaus stand und eine spontan gesammelte Spende von 300 Euro übergab. Oder ein Besucher im Festzelt, der dem Pfarrer mal eben einen Fünfer in die Hand drückte - eine Spendentafel führt sie alle auf. Insgesamt haben Gemeinde, Schützenverein, Lions-Club und unzählige Privatleute fast 200 000 Euro für die Renovierung zusammengetragen. Dazu kamen 21 000 Euro von der Bezirksregierung und 10 000 Euro von der Stifung KiBa, die den Erhalt von Kirchenbauten fördert.

Nächstes Jahr feiert die Gemeinde das 325-jährige Bestehen des Kirchenbaus am Hemmerdener Weg. Der Dachstuhl gehört zu den ältesten Konstruktionen ihrer Art weit und breit. Umso größer war die Sorge, als die Gemeinde vor zwei Jahren beim Entrümpeln des Dachbodens Schädlingsbefall und riesige Nässeschäden im Gebälk entdeckte.

"Zwar hielt die Konstruktion noch, aber an der Wetterseite fanden die Handwerker schon verfaulte Balken. Am tragenden Mauerwerk waren ebenfalls bereits Schäden", erinnert sich Moll. Im Sommer begann dann die große Renovierung: Die Handwerker schnitten die Balkenenden ab und ersetzten sie durch neue. Moll erklärt: "Eine knifflige Arbeit, weil zum Befestigen nur wenig Platz war."

Aber noch immer gibt es einiges an Renovierungsbedarf. Als nächstes sind Boden, Heizung, Beleuchtung und ein neues Taufbecken an der Reihe. Zur Finanzierung hat die Gemeinde sich besondere Aktionen ausgedacht. Für die Kunstedition "Geusendaniel 325" ließ sich der Wevelinghovener Grafiker Helmut Coenen von der Figur auf dem Kirchendach anregen. Der Geusendaniel, ein Posaunenengel, erinnert an die Verfolgung der Protestanten (auch "Geusen" genannt) im 16. Jahrhundert. Coenen hat in seiner Arbeit die Gestalt mit Original-Holzsplittern vom Kirchendach kombiniert.

In einer Auflage von - natürlich - 325 Exemplaren wird die Grafik auf Bestellung angefertigt und ist für jeweils 50 Euro im Pfarrhaus Wevelinghoven erhältlich. Bestellungen können unter 2 02181/758013 in Auftrag gegeben werden. Anstecker mit demselben Motiv gibt es übrigens auch beim Schützenverein. Ebenfalls im Angebot sind Kreuze für fünf Euro, geschnitten aus dem wurmstichigen Kernholz der abgesägten Deckenbalken.

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