Grevenbroich: Kunst aus Abfall-Fundstücken

Grevenbroich: Kunst aus Abfall-Fundstücken

Die Jahresausstellung der Galerie Judith Dielämmer zeigt ein breites künstlerisches Spektrum.

Grevenbroich. Mit Malerei, Fotografie und Objektkunst zeigt "Dielämmer 09" ein breites künstlerisches Spektrum. Kein Wunder, denn die Freitag eröffnete Jahresausstellung der Galerie Judith Dielämmer bündelt das aktuelle Schaffen von insgesamt 18 Künstlern aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Gemeinsam ist ihnen das Engagement im Galerieprojekt.

Der exemplarische Überblick zum Jahresende ist eine altbewährte Dielämmer-Tradition. 1996 von Werner und Inge Franzen gegründet, wird die Galerie seit 2001 vom etwa 20-köpfigen Dielämmer-Team weitergeführt und hat sich seither als Treffpunkt der regionalen Kunstszene etabliert. Neben Arbeiten aus den eigenen Reihen sind in dem ehemaligen Ladengeschäft auf der Königstraße übers Jahr regelmäßig Einzelausstellungen von Gastkünstlern zu sehen. Die Termine für 2010 stehen bereits fest, Anfragen für 2011 werden ebenfalls schon gesammelt.

"Eigentlich bin ich richtig stolz drauf", verrät Janne Gronen, die von Anfang an dabei. In der aktuellen Ausstellung ist sie mit einem Schmuckobjekt aus Perlen und Sicherheitsnadeln vertreten. Der Titel: "Schenk mir ein kleines bisschen Sicherheit". Gezeigt werden außerdem Bilder und Texte von Uwe Gingter, während Anna Neumann mit "Last Hibiscus of 2009" ihre Serie von Fotografien fortsetzt.

Elisabeth Busch-Holitschke, regelmäßig mit Textilarbeiten in der Galerie vertreten, zeigt ein Regal voller "Fadenvariationen in Einmachglas": manche erinnern an Prinzessbohnen, andere an Weingummi. "Bei mir fallen so viele Reste an", sagt sie, "es wäre schade, sie einfach wegzuwerfen."

Fundstücke aus dem Abfall hat auch Manfred Greulich-Blass für sein Objekt "Unbefleckte Empfängnis auf Anfrage" verarbeitet: Metallrohr, einen alten Grenzstein, eine Madonnenfigur.

Wie bereits in den vergangenen Jahren, ist auch bei dieser Jahresausstellung der Träger des Galeriepreises 2010 als Gast vertreten. Der Neusser Maler und Grafiker Reiner Lichtenscheidt gibt schon jetzt mit zwei Arbeiten einen Vorgeschmack auf seine Einzelausstellung, die mit Preisvergabe am 17. Januar eröffnet wird. Lichtenscheid (Jahrgang 1938) war Schüler von Wolf Vostell, ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der informellen Malerei.

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