Geschichtsforschung als politische Bildung

Geschichtsforschung als politische Bildung

MCG-Schüler berichten Hermann Gröhe von ihrem Kooperationsprojekt.

Neuss. Oft wird in diesen Monaten, in denen die Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg in Deutschland zunimmt, von der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ gesprochen. Zum Synonym für das Grauen an der Westfront ist Verdun geworden. Schüler des Leistungskurses Geschichte am Marie-Curie-Gymnasium (MCG) besuchten im Zuge eines Langzeitprojekts mit dem Stadtarchiv den Ort; unterstützt wurden sie nicht zuletzt von Hermann Gröhe als Vorstandsmitglied der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Der Neusser Bundestagsabgeordnete und Gesundheitsminister nahm sich jetzt reichlich Zeit für die Berichte der Schüler. Aus der Vorstellung des Projekts entwickelte sich eine lebhafte Fragerunde, die in Themen zur Wahl des Europaparlaments mündete. Der Zusammenhang lag nahe: „Wenn man das in Verdun sieht, weiß man, wieviel die Europäische Gemeinschaft wert ist“, sagte ein Schüler. Ihre Arbeitsergebnisse zum Ersten Weltkrieg in Neuss und über Neusser an der Front werden die Schüler in einer Ausstellung präsentieren. Die wird sich auch Hermann Gröhe ansehen.

Der Bundespolitiker betonte wie auch Archivleiter Jens Metzdorf die Bedeutung dieses Quellenstudiums und der Erfahrungen vor Ort: Geschichtsforschung und politische Bildungsarbeit hänge eng zusammen. Da widersprachen die Schüler nicht — und löcherten Gröhe mit Fragen zur Bedeutung des Front National und der Ukraine-Krise bis zu den Chancen eines NPD-Verbots. Kurz nach der Europawahl nutzte Gröhe das Gespräch zu einem flammenden Bekenntnis zur EU: „Wir geben nicht Souveränität an die EU ab, wir nehmen sie gemeinsam wahr. Jetzt noch allein handeln zu können, ist eine grenzenlose Selbstüberschätzung.“

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