1. NRW
  2. Rhein-Kreis Neuss
  3. Neuss

Gelände der Neusser Schraubenfabrik wird als „Inbus-Viertel“ vermarktet

Gelände der Neusser Schraubenfabrik wird als „Inbus-Viertel“ vermarktet

Der Name soll an die Historie des Standorts erinnern. Erste Entwürfe für die Bebauung des Areals sollen Ende des Jahres vorliegen.

Neuss. Die Fläche der ehemaligen Schraubenfabrik Bauer & Schaurte wird durch den Düsseldorfer Projektentwickler BEMA unter dem Namen „Inbus-Viertel“ vermarktet. Damit kommt der neue Eigentümer schon bei der Namenswahl der Bitte auch aus der Politik nach, bei der Schaffung des neuen gemischten Quartiers am Hauptbahnhof an die frühere Nutzung des Geländes zu erinnern und diese wachzuhalten. „Wir haben uns bewusst für einen Vermarktungsnamen entschieden, der einen Ausschnitt aus der Historie des Standorts aufgreift“, betont BEMA-Geschäftsführer Ralph Schneemann.

Das Düsseldorfer Unternehmen, das auch den alten Produktionsstandort der Firma Pierburg für Wohnzwecke entwickelt, hat die geschlossene Fabrik, die 1876 als „Rheinische Schrauben- und Mutternfabrik“ gegründet worden war, Ende 2016 aus der Insolvenzmasse erworben. Das Ziel: Die rund 48 000 Quadratmeter große Industriebrache soll planerisch entwickelt werden, um einen relevanten Beitrag zur dringend notwendigen Schaffung von neuem Wohnraum zu leisten. Das 17 000 Quadratmeter große Grundstück östlich des Weißenberger Weges, das schon bei einer früheren Insolvenz abgetrennt wurde und noch immer im Besitz der „Acument GmbH & Co. KG“ ist, wird in diese Planung mit eingebunden. Der damalige Insolvenzverwalter Wolf van der Fest wird diesen Prozess daher mit steuern.

Nach gemeinsam mit der Politik entwickelten Vorgaben sind derzeit 24 Planerbüros aufgerufen und schon dabei, im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs Konzepte für die 6,5 Hektar große Gesamtfläche zu erarbeiten. Erste Entwürfe sollen zum Jahresende vorliegen. In einer zweiten Phase werden dann etwa fünf Teams ausgewählt, die ihre Konzepte verfeinern. Dabei sollen sie auch überlegen, ob zumindest Teile der Fabrik, die insgesamt nicht denkmalwürdig ist, erhalten bleiben.

Neben der Wohnbebauung sind Flächen für Einzelhandel, Dienstleistung und nicht störendes Gewerbe vorgesehen. Außerdem soll ein Hotel mit circa 150 bis 200 Zimmern angesiedelt werden. Eine Kita sowie Grün- und Freiflächen gehören zu den weiteren Anforderungen des städtebaulichen Wettbewerbs.