Frieren und Gutes tun auf dem Weihnachtsmarkt

Frieren und Gutes tun auf dem Weihnachtsmarkt

Schüler, Lehrer und Eltern betreiben einen Stand am Münsterplatz. Am Sonntag überreichen sie der "Initiative Schmetterling" eine Spende über 8100 Euro.

Neuss. Sie sind gut gegen die Kälte gewappnet: Die Schulpflegschaftsvorsitzende Iris Inghausen und Uta Schepping-Jäger, die Vorsitzende des Fördervereins, haben an ihrem Stand zwei Heizwärmer aufgestellt. Noch bis Sonntag betreibt das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium einen Stand auf dem Neusser Weihnachtsmarkt. Für den guten Zweck haben Eltern, Schüler und Lehrer seit vier Monaten gebastelt und verkaufen nun Tontopf-Engelchen, Styropor-Schneemänner und Filz-Nikoläuse. Daneben stehen feinsäuberlich aufgereiht selbstgemachte Marmelade, Eierlikör und Badesalze.

"Das hat schon Tradition, wir haben seit sechs Jahren einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt", sagt Uta Schepping-Jäger. Die Hälfte des eingenommenen Geldes soll an den Förderverein gehen, um unter anderem den Schulhof zu verschönern, beispielsweise mit Ruhe-Ecken. Die andere Hälfte geht jedes Jahr an einen anderen gemeinnützigen Verein, in diesem Jahr ist es die Neusser Kindertafel.

Den Sonntag wird das Humboldt-Gymnasium auch nutzen, um eine Spende an die "Initiative Schmetterling" zu übergeben: insgesamt 8.100 Euro. "So eine Wahnsinnssumme haben wir vom Humboldt-Gymnasium noch nie bekommen", freut sich Susanne Vock, Vorsitzende der Neusser "Initiative Schmetterling". Der Verein begleitet ehrenamtlich die Familien schwer erkrankter Kinder und Eltern, die um ein Kind trauern.

Das Geld hatten Schüler bereits im November mit einem Sponsorenlauf eingenommen. Sie waren in zwei Gruppen 16 und 21 Kilometer entlang der Erft gewandert und bekamen damit mehr als 16.000 Euro zusammen, die nun zwischen Schul-Förderverein und der Initiative gesplittet werden.

"Das Geld soll für eine Fachkraft für zwei Trauergruppen verwendet werden", sagt Susanne Vock. "Mit diesen wollen wir Eltern, die ein Kind während der Schwangerschaft verloren haben, und Eltern, die ein älteres Kind verloren haben, unterstützen." Außerdem soll mit einem Teil des Geldes eine Wochenend-Veranstaltung finanziert werden: für Eltern nach dem Suizid ihres Kindes.