Erste Lotsenpunkte soll es bis Jahresende geben

Erste Lotsenpunkte soll es bis Jahresende geben

Die Umsetzung der Anlaufstellen für Senioren in Meertal und Erfttal wird forciert.

Neuss. Bis Jahresende soll die Stadt Neuss ihre ersten beiden Lotsenpunkte einrichten. Dabei handelt es sich zum einen um den Erhalt der Quartiersarbeit für ältere Menschen im Bürgerhaus Erfttal, die einst mit einer Förderung durch das Erzbistum Köln initiiert wurde. Als Partner ist dort der Sozialdienst katholischer Männer (SKM) im Boot. Zum anderen soll ein Lotsenpunkt in Meertal eingeführt werden. Dazu hat die Stadtverwaltung bereits Gespräche mit der Initiative Casa Meertal geführt.

Die Umsetzung der beiden Lotsenpunkte wurde kürzlich im Sozialausschuss besprochen. Sie soll jetzt forciert werden. Pro Lotsenpunkt werden Kosten von bis zu 12 000 Euro pro Jahr veranschlagt. Die Politik beauftragte die Verwaltung zudem, Gespräche für weitere Lotsenpunkte zu führen.

Bis 2020 sollen vier solcher Anlaufstellen von der Stadt Neuss eingerichtet werden. Sie sollen Senioren helfen, möglichst lange unabhängig und gesellschaftlich eingebunden in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können. Sozialdezernent Ralf Hörsken wies vor dem Hintergrund der Lotsenpunkte im Sozialausschuss noch einmal deutlich darauf hin, dass die Politik „im Sommer und Herbst“ eine „intensive Kostendiskussion führen“ müsse. Schließlich erstellt die „Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung“, der Vertreter aller Fraktionen im Stadtrat angehören, derzeit eine Sparliste. Ziel ist es, die Ausgaben im Etat jährlich um zehn Millionen Euro zu kürzen. Davon wird der Sozialetat kaum ausgenommen bleiben können.

Bürgermeister Reiner Breuer wollte daher ein Moratorium durchsetzen. Beschlossene, aber noch nicht finanzierte Projekte sollten gestoppt werden, bis die „Arbeitsgruppe Haushaltskonsolidierung“ ihre Sparliste erarbeitet hat. Insbesondere die schwarz-grüne Koalition hat sich jedoch gegen dieses Moratorium ausgesprochen. Es werde dadurch bei jenen gespart, „die am meisten auf Unterstützung angewiesen sind“. Der Sozialetat solle von den Sparplänen verschont bleiben. Daher solle neben den Lotsenpunkten auch die Einrichtung des geplanten Stadtteilzentrums im Further Hof weiterverfolgt werden.

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