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Elektrifizierung der Regiobahn-Strecke nur zwischen Kaarst und Neuss.

Elektrifizierung verzögert sich : Regiobahn bleibt mindestens noch sechs Jahre beim Diesel

Baurecht wird im Herbst nur für den Abschnitt Kaarst-Neuss erwartet.

(-nau) Die Züge der Regiobahn werden noch bis zu sechs Jahre lang mit Dieseltriebfahrzeugen unterwegs sein. Das berichtet Heiner Cöllen als Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens. Mit der Elektrifizierung der Strecke Kaarst-Wuppertal könne zwar im Abschnitt zwischen Kaarst und dem Neuser Hauptbahnhof begonnen werden, sobald das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sei. Aber, merkt Heiner Cöllen an, gewährt „ein Fahrdraht noch keinen elektrischen Zugbetrieb“.

Im Lichte der derzeitigen Bestell- und Auslieferungszeit von bis zu fünf Jahren haben die Gesellschafter – neben den Städten Kaarst und Düsseldorf sind das der Rhein-Kreis und der Kreis Mettmann – im Einvernehmen mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr mit Sitz in Gelsenkirchen beschlossen, den Dieselbetrieb vorerst fortzusetzen. Der VRR übernimmtdie von der Regiobahn bereits bestellten Elektrotriebwagen und integriert diese in die Flotte der S-Bahn Rhein-Ruhr.

Verkehrsverbund Rhein-Ruhr
entlastet Gesellschafter

Das entlastet die Gesellschafter auch finanziell. Sie hatten im vergangenen Jahr Ausfallbürgschaften in Höhe von etwa 1,4 Millionen Euro zeichnen müssen, um die Kosten abzudecken, die für die Ratenzahlung und Instandhaltung der bestellten aber nicht einsetzbaren Elektrofahrzeuge angefallen wären.

Aktuell wird zwischen Neuss und Kaarst daran gearbeitet, die Strecke ab 2021 zweigleisig auszubauen. Eine Elektrifizierung sei bisher durch fehlendes Baurecht blockiert worden, sagt Heiner Cöllen.

Die Bezirksregierung in Düsseldorf habe aber nun angekündigt, im Herbst dieses Jahres zumindest für diesen Abschnitt Baurecht zu erteilen. Für den Abschnitt Mettmann-Wuppertal verzögere sich das Vorhaben Elektrifizierung aber weiterhin. Vor diesem Hintergrund sei auch eine Ausschreibung zur Herstellung der Elektrifizierung aufgehoben worden, sagt Aufsichtsrat Cöllen. Ein Grund: Das bietende Unternehmen wollte auch bei Nichttätigkeit monatlich 700 000 Euro für Vorhaltekosten kassieren.

Bleibt – vorerst – die Zweispurigkeit zwischen Kaarst und in etwa der Stelle, wo der Haltepunkt Morgensternsheide entstehen könnte. Für diese Station sowie ihre verkehrliche Anbindung werden derzeit im Auftrag der Stadt je zwei Varianten geprüft, heißt es weiter.

Die Hoffnung der Stadt, dabei ein Provisorium der Regiobahn kostensenkend nutzen zu können, zerschlug sich aber. Dieser für die gegenwärtig laufenden Bauarbeiten geplante Halt wurde nicht eingerichtet. Das Provisorium, stellt Heiner Cöllen jedoch klar, sei von der Stadt so nicht bestellt worden. Die Regiobahn habe den Bau aber gleich mehrfach
angeboten.