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Ein Besucheransturm bleibt dieses Mal aus

Ein Besucheransturm bleibt dieses Mal aus

Auf dem Spekulatiusmarkt in Büttgen und dem Holzbüttgener Weihnachtsmarkt war gestern wenig los. Das lag wohl auch am Wetter. Die, die da waren, konnten an zahlreichen Buden stöbern.

Büttgen/Holzbüttgen. Schnee und Weihnachten sind für viele Menschen die ideale Kombination für ein stimmungsvolles Fest — oder einen romantischen Weihnachtsmarkt. Am Wochenende wurde deutlich, dass man diesen Schnee gerne zusammen mit Sonnenschein und Frost sieht. Vor allem gestern kamen nur die ganz Wetterfesten auf die Märkte in Büttgen und Holzbüttgen, als die Schneeflocken in die Gesichter der Besucher schlugen.

Ein Besucheransturm bleibt dieses Mal aus
Foto: Anja Tinter

Händler in Büttgen

Der Spekulatiusmarkt in Büttgen hatte eigentlich alles, was man sich vorstellt. Christoph Demuth, der designierte Karnevalsprinz, war wieder in das wohltuend wärmende Kostüm des Nikolauses geschlüpft. An seiner Seite: Sohn Justin (18) als Knecht Ruprecht. Sie wurden ihre Weckmänner ohne Probleme los.

Viele der kommerziellen Anbieter aber klagten. „Die Leute kriegen bei diesem Wetter nicht die Hände aus der Jackentasche“, erklärte einer und meinte, dass die Geldbörse zu selten gezückt wurde.

Klara und Wolfgang Kral froren für die Kindernothilfe und die evangelische Kindertagesstätte. „Die Plätzchen verkaufen sich gut und überraschenderweise geht auch das Schmalz gut“, erklärte Wolfgang Kral, der sich als Kavalier alter Schule erwies: „Ich muss meine Frau mal wieder in den Arm nehmen, damit ihr warm wird.“

Ralf Köhler vermarktet seine Miniatur-Winterwelten der Firma Lemax normalerweise über das Internet. Weil er in Büttgen lebt, bot er seine faszinierenden Miniaturen, oft mit Beleuchtung und beweglichen Teilen, unter dem Dach des Rathauses an. Die Kaarster Formation „Swing o.k.“ spielte Weihnachtslieder. Und Clown Olli aus Köln begeisterte mit seiner Feuershow.

Alles zwei Nummern kleiner dann in Holzbüttgen, was aber den Reiz des Marktes nicht minderte. Ein Zufluchtsort für Frierende war die zur Cafeteria umfunktionierte Kirche, wo Kantor Wolfgang Weber den Kaffee trinkenden und Kuchen essenden Besuchern Weihnachtslieder vorspielte. Dieter Hellendahl gab den Nikolaus, am Puppen-Stand seiner Lebensgefährtin Anita Löwner gab es gratis Eierpunsch.

Bernd Wiescholleck, der Initiator des Weihnachtsmarktes in Holzbüttgen, war in der Nacht zu Samstag aufgeregt wie ein Kind vor der Bescherung: Er hatte acht neue Hütten gebaut, und ein neues Mini-Karussell. Zu den Besuchern gehörte auf beiden Märkten Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus. In Holzbüttgen kaufte sie den Edelknaben eine Tüte Plätzchen ab. Der Erlös wird den beiden kirchlichen Kindertagesstätten gespendet.