Neuss Neuss im 3 D-Format erleben

Neuss. · Den Stadtplanern und dem Amt für Bauordnung steht schon länger ein digitales Arbeitsmittel zur Verfügung, mit dem sie Gebäude inspizieren können, ohne das Rathaus zu verlassen. Jetzt macht die Stadt dieses Werkzeug öffentlich.

 Landmarke Quirinus-Münster: Wer in der 3D-Ansicht ein Gebäude anklickt, erfährt neben dessen Adresse auch das Volumen des umbauten Raumes. Im Fall des Quirinus sind das 8118 Kubikmeter.  Fotos (3): Stadt Neuss/geo-neuss.de

Landmarke Quirinus-Münster: Wer in der 3D-Ansicht ein Gebäude anklickt, erfährt neben dessen Adresse auch das Volumen des umbauten Raumes. Im Fall des Quirinus sind das 8118 Kubikmeter. Fotos (3): Stadt Neuss/geo-neuss.de

Foto: Stadt Neuss/geo-neuss.de

Luftbilder, wie man sie etwa im Internet bei Google Earth findet, sind schlicht langweilig im Vergleich zu dem Blick auf die Stadt, den jetzt das städtische Unternehmen Liegenschaften und Vermessung Neuss (LVN) allen Interessierten eröffnet. Vor der Sitzung des Wirtschaftsausschusses schaltete sie am Mittwochabend eine Seite frei, bei der auf einen einzigen Klick hin aus dem Luftbild eine dreidimensionales Stadtmodell wird.

Wem dient diese Technik?

Die dreidimensionale Stadtansicht ist verwaltungsintern schon seit Jahren eine Arbeitshilfe für die Stadtplanung und die Bauordnung. Dazu wurde der Datenbestand, der auf den Geoinformationen über Neuss fußt, Stück für Stück weiterentwickelt. Zunächst aber nur für den internen Dienstgebrauch.

Wie aktuell ist das Modell?

Grundlage der Karte, die dem 3 D-Viewer zugrunde liegt, sind Luftbilder aus dem Jahr 2019. Es sind aber noch nicht alle 90 000 Gebäude in der Stadt eingepflegt worden. Das System wird also weiter und fortlaufend aktualisiert.

Warum wird der Viewer jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht?

Erstens: Weil es geht. „Die technischen Möglichkeiten liegen vor, das Modell auch auf mobilen Endgeräten zu präsentieren“, sagt Tobias Spange von der Pressestelle der Stadt. Der Web-Viewer ermöglicht eine Darstellung in allen aktuellen Netzwerkbrowsern, ohne weitere Vorgaben oder zusätzliche Software. Zweitens: Weil es etwas zu sehen gibt. „Das Modell ist auf einem Stand, das einen umfassenden Überblick erlaubt“, sagt Spange.

Wie funktioniert das?

Ausgehend von den Luftbildern wurden erst die Dachflächen „ausgeschnitten“ und texturiert. Die Gebäude selbst wurden anhand der Bauakten „nachgebaut“ und eingepflegt. Bei den 300 Neubauten im Jahr erfolgt das unmittelbar.

Was ist zu sehen?

Mal mehr, mal weniger. Die Ansichten von Gebäuden in der Innenstadt sind bereits jetzt sehr detailliert zu betrachten. Besonders viel Mühe und Sorgfalt wurde dabei auf die 3 D-Ansicht von Quirinus-Münster und Christuskirche gelegt. Sie bilden echte Landmarken in dem Modell, das man am Bildschirm regelrecht „überfliegen“ kann. Gebäude in den Vororten haben noch relativ gesichtslose Fassaden, aber das wird sich sukzessive ändern. Neben den Gebäuden zeigt das Modell auch die Straßen und ihre „Möblierung“: Bäume, Fahnen, Bänke aber auch Gullydeckel und Hydranten.

Wie navigiert man
durch das 3 D-Modell?

Auf der Seite ist eine Werkzeugbox eingeblendet. Dort kann man unter anderem gezielt Adressen eintragen und ansteuern. „Die Daten für die Straßen- und Hausnummernsuche kommen vom Anbieter Open-Street-Map und sind als Open-Datei frei verfügbar“, betont Spange.

Überrascht das Modell?

Ja. Einmal durch Schrägbilder aus einem 45-Grad-Winkel , sodass Gebäude von allen Seiten angesehen werden können. Spaß macht auch, den Schattenwurf eines Gebäudes je nach Uhrzeit zu simulieren.

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