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Dormagen: Stoffkameraden trösten im Krankenwagen

Dormagen: Stoffkameraden trösten im Krankenwagen

Die Feuerwehr hat vom Rotaryclub 250 Teddybären gespendet bekommen. Bei Krankentransporten stehen sie kleinen Patienten zur Seite.

Dormagen. Sie sind braun, weich und knuffig mit kleinen Knopfaugen - auf den ersten Blick ganz normale Teddys. Doch auf die 250 Plüschkameraden, die der Dormagener Rotaryclub gespendet hat, wartet eine besondere Aufgabe. Sie werden als Tröstebären in den Rettungswagen der Dormagener Feuerwehr mitfahren.

Ein Trösteteddy kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein kleines Kind - meist bis etwa zehn Jahre alt - in einen Unfall verwickelt ist, selbst verletzt wurde oder Schlimmes erleben musste. Die Rettungskräfte geben ihm bei ihrem Eintreffen den Teddy, damit es ihn fest im Arm halten kann. "Der Teddy wird sofort zur Bezugsperson, wenn die Eltern fehlen", erzählt Eckhardt Bernd, Leiter des Rettungsdienstes von seinen positiven Erfahrungen mit den Trösteteddys.

Bereits seit 1998 fahren kleine Stoffhelfer in den Rettungswagen mit, erzählt die Chefin der hauptamtlichen Feuerwehr, Sabine Voss. Doch die vom Rotaryclub gestifteten Teddys sind nicht nur größer, sondern auch speziell für Kleinkinder zertifiziert und einzeln eingeschweißt. Sie stammen von der Deutschen Teddy-Stiftung "Good Bears of the World".

Die 1998 gegründete Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, Kinder mit diesem ungewöhnlichen Hilfsmittel in einer belastenden Situation abzulenken und zu trösten. So wurden die Teddys bereits bei der Brandkatastrophe in Eschede oder an Kosovo-Flüchtlinge verteilt.

Die 250 Dormagener Tröstebären werden etwa für ein bis anderthalb Jahre ausreichen, schätzt Eckhardt Bernd. Der Präsident des Dormagener Rotaryclub Michael Kostuj, freute sich im Namen seines Vereins, das Projekt für die Dormagener Kinder unterstützen zu können, denn "es passt sehr gut zu unserem Themenschwerpunkt in diesem Jahr: die Rotarische Familie." Sabine Voss, selbst Mitglied im Rotaryclub, hatte ihren Verein auf die Aktion aufmerksam gemacht.

"Solche Tröstebären sind nicht zu vergleichen mit einem Kuscheltier, das man zu Weihnachten oder zum Geburtstag verschenkt", sagte Bürgermeister Heinz Hilgers bei der Übergabe der Bären an den Rettungsdienst. Nicht nur aus seiner Arbeit als Präsident des Kinderschutzbundes wisse er, dass ein Trösteteddy den Kindern in schwierigen Notsituationen Halt gibt: "Sie projizieren ihre Ängste, Nöte und Sorgen auf den Teddy, denn er ist immer für sie da."

Auch seinem Sohn Thomas habe nach einem schweren Unfall mit fünf Jahren ein Kuscheltier während des langen Klinikaufenthaltes beigestanden. "Das grüne Nilpferd mit dem Namen Spinato war immer für ihn da, auch wenn wir als Eltern nicht bei ihm sein konnten", erinnert sich Hilgers. Bis zu seinem 16. Lebensjahr habe Spinato seinen Sohn auf jede Reise begleitet.