Dormagen: Extrem-Radler sind zurück in der Heimat

Dormagen: Extrem-Radler sind zurück in der Heimat

Im Juli war das Ehepaar Wolff mit dem Tandem nach Malaga aufgebrochen, um Spenden für das Raphaelshaus zu sammeln.

Dormagen. Frank und Kirsten Wolff sind zurück. Am Sonntag landete das Ehepaar glücklich auf dem Düsseldorfer Flughafen, das Tandem im Gepäckraum.

Am 22. Juli waren die Wolffs mit dem Rad nach Malaga aufgebrochen, um unterwegs Spenden für das Raphaelshaus zu sammeln. Das ist geglückt: Rund 7000 Euro sind zusammengekommen. Ein Betrag, der für die Mühen der Reise entschädigt.

Schwieriger als gedacht sei die Fahrt mit dem Tandem gewesen, sagt das Ehepaar. Das Eigengewicht des Rades, rund 30Kilogramm, macht die vielen Höhenmeter zur Qual. Jeden Tag müssen die Wolffs bis zu 14 Stunden in die Pedale treten, um das Etappenziel zu erreichen.

"Wir sind morgens um 5Uhr aufgestanden und haben während des Tages keine längere Mittagspause gemacht", sagt Frank Wolff. Dazu kommen extreme Wetterbedingungen. In Montereau-Fault-Yonee, etwa 150 Kilometer südlich von Paris, stürzt die Temperatur um etwa 25Grad.

Kälte und Regen begleiten das Paar bis nach Spanien, wo die Anzeige des Thermometers plötzlich bis zur 40-Grad-Marke klettert. "Die extreme Hitze war in den Bergen ein großes Problem", erinnert sich der Ehemann. "Wir packten morgens zehn Liter Wasser ein, verbrauchten das aber schneller als gedacht und wussten nie, wann wir den Vorrat auffüllen können."

Kurz vor Ende der Tour liegen die Nerven blank. Am drittletzten Tag - es geht von Jimena de la Frontera nach Tarifa, ist das Paar kurz davor aufzugeben, ruft in der Heimat an und will die Tour vorzeitig beenden:

"Wir sind auf der Nationalstraße unterwegs. Das ist lebensgefährlich. Jetzt kreuzt auch noch eine Autobahn die Strecke. Wir fahren nicht mehr weiter", teilt Kirsten Wolff den Daheimgebliebenen übers Handy mit. Doch dann packt das Paar der Ehrgeiz. Am Abend erreichen Kirsten und Frank Wolff schließlich unter Tränen das Etappenziel.

Bereut haben sie die Fahrt nicht. "Auch wenn nicht immer alles funktionierte", sagt Kirsten Wolff. "Es gab jeden Tag unvergessliche Geschehnisse."

Sie hätten Eindrücke gewonnen, die jedem Pauschaltouristen verwehrt blieben, und auf der Reise viele nette Menschen kennengelernt, die ihnen geholfen hätten, den richtigen Weg zu finden, sie bekocht oder einfach angefeuert hätten, nicht aufzugeben. Für die Menschen am Straßenrand seien sie eine echte Attraktion gewesen.

"Viele bewunderten unser Tandem und machten Fotos", erzählen die Wolffs. "Ein ganz besonderes Erlebnis war, als wir über eine Teilstrecke der Tour de France gefahren sind."

Auch Marco Gillrath vom Raphaelshaus freut das Engagement. Mit der Spende will das Haus einen alten Bauernhof in Wissen (Westerwald) in Eigenregie sanieren, in dem Kinder jetzt schon eine Unterkunft finden. "Wenn tatsächlich alle versprochenen Spenden eingehen, steht der Verjüngungskur nichts im Wege", sagt er.