Dormagen empfängt Schlusslicht

Dormagen empfängt Schlusslicht

Im Kampf um den Klassenerhalt ist ein Sieg gegen Baunatal heute Pflicht. Doch Trainer Jörg Bohrmann warnt vor einem starken Gegner.

Die Aussicht ist verlockend: Gewinnt der TSV Bayer Dormagen heute Abend (19 Uhr, TSV-Bayer-Sportcenter) sein Heimspiel gegen das Schlusslicht GSV Eintracht Baunatal, könnte er mit etwas Glück die Abstiegsränge der Zweiten Handball-Bundesliga verlassen. Denn die HG Saarlouis — punktgleich mit dem TSV auf dem ersten Nichtabstiegsrang — steht zeitgleich in Bad Schwartau vor einer schweren Aufgabe.

Jörg Bohrmann, TSV-Trainer

Doch mit derlei Planspielen hat sich Trainer Jörg Bohrmann im Vorfeld der Partie nicht beschäftigt. Er schickt seine Jungs mit diesem Arbeitsauftrag in die Partie: „Sie müssen einhundert Prozent geben. Sind es nur 90 Prozent, verlieren wir.“

Diese Erfahrung musste der TSV schon in Baunatal machen. Am 16. November setzte es dort eine 32:35-Pleite — bis zum heutigen Tag der einzige Sieg des Neulings vor heimischem Publikum. Ausschlaggebend damals, erinnert sich Bohrmann, sei die schwache Abwehrleistung in der zweiten Hälfte gewesen.

Dass sich die Eintracht aufgrund der finanziellen Schieflage am Ende der Saison ohnehin aus der Liga zurückziehen wird, interessiert Dormagens Trainer ebenso wenig wie die Negativserie der Nordhessen, die seit dem Coup gegen Bayer 18-mal in Folge sieglos blieben. Stattdessen mahnt er: „Das ist eine erfahrene und gute Mannschaft, die souverän aufgestiegen ist. Baunatal war in vielen Spielen dran, da fehlten oft nur Kleinigkeiten.“ Als Beleg dienen ihm das 24:24 vor knapp drei Wochen gegen Coburg und das 22:26 zuletzt gegen Bad Schwartau: „Teams, gegen die wir klar verloren haben.“

Die personelle Ausstattung der Gäste ist so schlecht nicht: Bohrmann erkennt im Rückraum in Phil Räbiger und Paul Gbur „starke Halblinke“, dazu der junge Kreisläufer Marius Fuchs und Regisseur Marvin Gabriel, den der TSV-Coach „für einen der stärkeren Mittelleute in der Liga“ hält. „Nach der ersten Down-Phase, als der Mannschaft mitgeteilt wurde, dass es nicht mehr weitergeht, hat sich Baunatal gefangen und den Spaß am Handball zurückgefunden. Darum sage ich: Dieses Spiel wird noch schwerer als das gegen Essen, obwohl wir auch da schon unter Druck standen“, sagt Bohrmann.

Nach der 30:25-Galavorstellung gegen TuSEM am Gründonnerstag hatte der Trainer seinen Schützlingen vier Tage freigegeben, „denn sie waren sehr, sehr müde und sehr angeschlagen“. Seit Dienstag läuft die Vorbereitung auf das Duell mit Baunatal. Passen musste dabei neben Peter Strosack, der mit angerissenem Kreuzband im Knie noch bis Mai auf Eis liegt, auch weiterhin Torhüter Max Jäger. Weil der 25-Jährige nach seinem Trainingsmalheur mit Löchern im Trommelfell noch bis Ende des Monats ausfällt, hat der TSV vom Drittligisten OSC Löwen Duisburg den mit einem Zweitspielrecht ausgestatteten Schlussmann Matthias Broy angefordert. Der 23-Jährige hatte bereits beim Match in Essen auf der Bank des Zweitligisten gesessen, war jedoch nicht zum Einsatz gekommen.

Der von Knieproblemen geplagte Rückraumschütze Max Bettin ließ es im Training etwas lockerer angehen. Bohrmann hofft, dass der so treffsichere Spieler bis heute Abend wieder voll einsatzfähig ist.