Dormagen: Attraktivere Visitenkarte

Dormagen: Attraktivere Visitenkarte

Projekt: Der Dormagener Bahnhof soll erneuert werden. Die Verwaltung stellte dafür nun erste Pläne vor. Kosten: rund 3,5 Millionen Euro.

Dormagen. Der Dormagener Bahnhof ist alles andere als eine attraktive Visitenkarte für die Stadt. Das soll sich ändern: Mit dem Erwerb des Bahnhofsgebäudes und der umliegenden Flächen hat die Stadt im vergangenen Jahr den Weg für eine Neugestaltung geebnet. Erste Pläne, wie der Schandfleck zu einem Prestigeobjekt werden könnte, stellte die Verwaltung vor knapp 60 interessierten Zuhörern vor.

Die Fläche links des Eingangs, auf der heute die Fahrradabstellplätze sind, soll eingeschossig bebaut werden. Dort zieht ein Lebensmittelmarkt ein. Wo jetzt das Kiosk steht, will die SVGD ein neues Stadt-, Bus-, Kunden-, und Informationscenter bauen und dafür ihre Verwaltung in Delrath und ihr Kundencenter am Marktplatz aufgeben. Davon verspricht sich Geschäftsführer Ulrich Pfister viele Vorteile und eine verbesserte soziale Kontrolle am Willy-Brandt-Platz.

"Wenn wir die Finanzierungskosten des Neubaus mit den wirtschaftlichen Einsparungen gegenrechnen, kommen wir unterm Strich zu einer geplanten jährlichen Mehrbelastung von rund 14000 Euro für die SVGD. Dafür würden wir einen Riesenschritt im Kundenservice machen und könnten unser Personal durch die Zusammenlegung der verschiedenen Standorte wesentlich flexibler einsetzen." Als neuen Bürgerservice will die SVGD auch eine Fahrradstation errichten, in der Velos künftig verwahrt werden könnten. Eine öffentliche Toilette wird es demnach im mehrgeschossigen Mobilitäts-Center auch geben. Der Gleiszugang könnte neu überdacht, die Treppe breiter gefächert werden, um mehr Licht in den "Angstraum" Tunnel zu lassen. Vor dem Bahnhof stünden etwa 100 neue Stellplätze zur Verfügung.

Abgerundet wird das Gesamtkonzept durch einen neuen Busbahnhof mit einem großen Mittelsteig für alle Linien statt, wie bislang, vieler kleiner Inseln. "Den 3000 Fahrgästen, die hier täglich ankommen oder wegfahren, wird sich eine gänzlich andere Aufenthaltsqualität bieten", resümiert Städtebau-Fachbereichsleiter Ernst Albrecht.

Das Konzept stieß bei den Anwohnern jedoch nicht nur auf Zustimmung. Während eine Anwohnerin der Kurt-Tucholsky-Straße sich sorgte, dass das kleine Wäldchen am Willy-Brandt-Platz weichen muss, wurden auch die Bahnhofs-Anlieger der Horremer Seite, die über ständige kriminelle Aktivitäten dort klagten, enttäuscht: Da das Gelände westlich der Bahn nicht der Stadt gehört, "haben wir es bei unseren Planungen nicht im Blick", sagte Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann.

Nach der Präsentation des Bahnhofskonzepts haben nun die Ratsfraktionen das Wort. Der Planungsausschuss wird nach den Sommerferien über das Projekt beraten. 3,5 Millionen Euro soll das Facelift des Bahnhofs kosten, 1,8 Millionen werden durch Grundstückserlöse und Landesfördermittel gedeckt.