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Die Stadt sichert den Betrieb der Radstation Neuss dauerhaft ab.

Neubau, mehr Anschaffungen und ein neues Konzept : Die Radstation wird attraktiver

Der Betreiber-Vertrag mit der Caritas wird entfristet. Damit wird vieles möglich.

Die Radstation am Hauptbahnhof galt als entscheidender Pluspunkt, als Neuss sich um Aufnahme in den Kreis der fahrrad- und fußgänger-freundlichen Kommunen bewarb. Der Antrag hatte Erfolg, und der Ausbau der Einrichtung ist die beinahe logische Konsequenz einer Politik, die beim Thema Mobilität in der Innenstadt wesentlich auf das muskelbetriebene Zweirad setzt.

Wenn der Rat am 14. Dezember dem Konzept zustimmen sollte, das in mehr als einem Jahr herangereift ist, wird die Radstation nicht nur attraktiver, sondern ihr Betrieb auch dauerhaft abgesichert. „Vier gute Nachrichten“ nennt deshalb Dirk Jünger. Er ist Leiter Caritas-Sozialdienste und damit verantwortlich für diese Einrichtung, das ausgehandelte Paket.

Nachricht eins: Der Vertrag zwischen Caritas und Stadt wird entfristet

Seit die Radstation 2003 etabliert wurde, war die Stadt Juniorpartner von Kreis, Caritas und Jobcenter. Die Arbeitsverwaltung bezuschusst die Radstation, weil dort Langzeitarbeitslose beschäftigt und gefördert werden. Als Juniorpartner machte die Stadt Neuss im Rahmen ihrer Bemühungen zur Haushaltskonsolidierung zuletzt im Jahr 2017 einen Vorstoß, sich aus der Trägergemeinschaft zurückzuziehen. Das ist inzwischen vom Tisch. Der Ende Mai 2019 auslaufende Vertrag soll unbefristet verlängert werden.

Nachricht zwei: Die Öffnungszeiten werden ausgeweitet

Derzeit bleibt die Radstation samstags und sonntags geschlossen. Lediglich Dauerparker haben Zugang zu der mit einer Drehtür gesicherten Garage. Die Erweiterung der Öffnungszeiten war gerade unter rad-touristischen Gesichtspunkten nicht zuletzt vom ADFC mehr als einmal gewünscht und von der Caritas befürwortet worden, scheiterte jedoch an den damit verbundenen Kosten. Die ist die Stadt nun gewillt zu tragen. Ihr Vorschlag: Ab 2019 öffnen Radstation und damit auch die Werkstatt (zunächst ein Jahr auf Probe) samstags von 9 bis 16.30 Uhr, sowie an bis zu acht Sonntage – zum Beispiel, wenn in Neuss Stadtfest oder verkaufsoffener Sonntag ist, sagt Jünger. Damit geht ein höherer Lohnkostenzuschuss einher, damit auch am Wochenende hauptamtliche Mitarbeiter als Betreuer Dienst tun können.

Nachricht drei: Die Radstation wird räumlich vergrößert

Die vertragliche Bestandszusage sichert auch Investitionen ab. Das wird von der Caritas begrüßt, weil Büros, Sozialräume wie Toiletten aber auch Fahrrad-Stellplätze modernisiert werden müssen. „Alles muss größer und besser werden“, sagt Jünger, der zwei Optionen dazu sieht: Eine bauliche Erweiterung am jetzigen Standort in Richtung Furtherstraße oder die Schaffung einer Dependance am Nordausgang des Bahnhofs (Platz am Jobcenter). Diese Version unterstützt die Stadtverwaltung, die im Rahmen des ISEK-Verfahrens zur Aufwertung des Bahnhofareals auch einen Standort auf dem Gelände der angrenzenden ehemaligen Schraubenfabrik nicht ausschließt.

Nachricht vier: Investitionen ins Angebot sind geplant

Damit die Radstation attraktiv bleibt, muss sie mit der Zeit gehen: Zu den fünf Elektro-Fahrrädern, die schon jetzt vermietet werden, sollen nächstes Jahr vier weitere Pedelecs angeschafft werden. Für die E-Bike-Fahrer unter den Pendlern, die ihre Räder in der Radstation abstellen, sollen Möglichkeiten geschaffen werden, die Akkus ihrer Räder zu laden.