Deutlich mehr Insolvenzen im Kreisgebiet

Firmenpleiten im Rhein-Kreis Neuss steigen im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent an.

Rhein-Kreis Neuss. Die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in Düsseldorf und im Rhein-Kreis Neuss bleibt im Jahr 2011 wie in den Vorjahren zweigeteilt. Denn während sich die Situation in der Landeshauptstadt im Vergleich zum Vorjahr wieder spürbar entspannt darstellt, hat sich die Insolvenzentwicklung im Rhein-Kreis Neuss merklich verschlechtert — wenn auch nicht so deutlich, wie im 1. Halbjahr zu erwarten gewesen wäre. Das berichtet die Neusser Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen im Rhein-Kreis Neuss ist im vergangenen Jahr auf 273 angestiegen. Im Jahr 2010 waren es nur 252. Das entspricht einer Zunahme von acht Prozent. Zum Vergleich: In Düsseldorf ging die Zahl der Insolvenzen 2011 von 601 auf 565 zurück.

Der Trend für die nächsten Monate bleibt aber laut Creditreform ambivalent, da die Firmenpleiten im 2. Halbjahr 2011 (im Vergleich zum 2. Halbjahr 2010) wieder eine leicht ansteigende Tendenz aufweisen (plus ein Prozent).

Bei einer differenzierten Betrachtung nach Branchengruppen zeigt sich, dass in Düsseldorf im Jahr 2011 die meisten Insolvenzen weiterhin mehrheitlich im Dienstleistungssegment (unter anderem Immobiliensektor, Handel) zu finden sind. Zudem sind Schwerpunkte in der Gastronomie und in der Baubranche zu identifizieren. Im Rhein-Kreis Neuss spiegelt sich eine ähnliche Entwicklung wider. Allerdings geben hier die Bereiche Transport und Logistik Anlass zur Sorge.

Die negativen Zahlen im Rhein-Kreis Neuss stehen im Widerspruch zu den Konjunkturumfragen. Die Unternehmen beurteilen das regionale Geschäftsklima in den vergangenen zwölf Monaten als stabil und positiv, wie die Konjunkturanalysen des Mittelstandsbarometers im Frühjahr und Sommer 2011 belegen konnten. Zudem liegt die Arbeitslosigkeit selbst im Dezember 2011 im Rhein-Kreis Neuss mit 5,6 Prozent auf niedrigem Niveau.

Mit dem konjunkturellen Allzeithoch im Sommer 2011 ist womöglich der Gipfel der konjunkturellen Entwicklung erreicht worden, so die Creditreform. Die im internationalen Vergleich hohe Wettbewerbsfähigkeit und Finanzstärke der deutschen und regionalen Wirtschaft ließen aber keinen übertriebenen Pessimismus zu. So seien die Geschäftsaussichten für die nächsten Monate noch mehrheitlich zuversichtllich. E.S.

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