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Der Tag nach dem Gute-Laune-Fest

Der Tag nach dem Gute-Laune-Fest

Polizei meldet ein ruhiges Schützenfest. Viel Stimmung beim Wackelzug.

Neuss. Es war großartig, ein Gute-Laune-Fest, und Spitzenstimmung gab’s noch einmal und vor allem am Dienstagabend: Viele Passanten in der Innenstadt sind sich am Mittwoch in dieser Einschätzung einig. Und auch Schützenpräsident Thomas Nickel sagt voller Überzeugung: „Das war ein sehr frohes und rundum schönes Fest nach Nüsser Art. Und mit dem Wetter hatten wir immer, wenn es drauf ankam, einfach Glück.“

Während auf dem Markt die letzten Tribünenreste verladen werden, ist Willi Schlabbers schon wieder unterwegs. „Mister Kirmes“, der im Ordnungsamt 32 Jahre lang die Kirmes organisiert hat und in Kürze in den Ruhestand geht, war bis tief in die Nacht auf dem Kirmesplatz: Letzte Kontrolle, ob beim Abbau auch alles gut läuft.

Auf dem Büchel trifft er Christoph Napp-Saarbourg, jetzt wieder Apotheker, vorher Oberleutnant bei den Schützenlust-Dropjängern. Natürlich kennt man sich. Bis um 3 Uhr hat Napp-Saarbourg nach dem Wackelzug gefeiert; „an der Neustraße, da ist es doch am schönsten.“ Da war er nicht allein. Dicht gedrängt standen die Menschen an der Strecke des letzten Umzugs, den die Schützen teils fantasievoll und so manches Mal eher disziplinfern gestalteten. Die Stimmung war bestens, und trotz reichlichen Bierkonsums blieb es weitgehend friedlich.

Das bestätigte am Mittwoch auch die Polizei. Angesichts der Tatsache, dass sich von Freitag bis in die Nacht zu Mittwoch viele 100 000 Menschen in der Innenstadt und auf dem Kirmesplatz aufgehalten hatten, sei das Aufkommen von 563 Einsätzen mit einem normalen Wochenende zu vergleichen. Insbesondere am Freitag, Samstag und Sonntag war die Stadt trotz des eher bescheidenen Wetters bis in die frühen Morgenstunden voller Menschen.

Auch die Autofahrer verhielten sich korrekt. Bei den vielen Kontrollen wurde nur ein Autofahrer erwischt, der zuviel getrunken hatte. Falsch geparkt wurde allerdings wieder ausgiebig. Trotz eines „optimalen Beschilderungsplans“, so die Polizei, mussten auf Anordnung der städtischen Mitarbeiter 90 Autos abgeschleppt werden.

Fünf Betrunkene schliefen ihren Rausch auf der Wache an der Jülicher Landstraße aus. Sie waren nicht mehr in der Lage, es allein nach Haue zu schaffen, hatten ihre Adresse vergessen oder mussten sich nach Streitigkeiten und Randale in den Zellen der Polizei erst einmal wieder beruhigen.

Einsätze wegen Ruhestörung gab es in diesem Jahr zwei. Im Vorjahr gab es eine Beschwerde. Natürlich gab es auch wieder Streitigkeiten, die nach Mitteilung der Polizei ausnahmslos mit dem Alkoholpegel zu tun hatten. Diese Vorfälle spielten sich überwiegend in den Zelten auf dem Kirmesplatz und in der Innenstadt ab. 14 Mal (Vorjahr: 19 Mal) musste geschlichtet und getrennt werden. Fast alle Vorfälle verliefen aber eher harmlos, wie die Polizei am Mittwoch meldete.

Die Besucher des Schützenfestes konnten auch in diesem Jahr für den guten Zweck parken. Im Rahmen der gemeinsamen Spendenaktion mit dem Lions Club Neuss Helen Keller hatte 3 M sein Parkgelände an der Carl-Schurz-Straße geöffnet. In diesem Jahr wurden 2600 Euro eingenommen. Nach der Verdopplung des Betrages durch 3 M stehen nun 5200 Euro für ein Neusser Jugendprojekt zur Verfügung.

Bei den Abbauarbeiten der Kirmes kam es am Mittwoch noch zu einem Ölunfall: Aus dem Anhänger eines Kirmesfahrgeschäfts liefen etwa 300 Liter Bio-Hydrauliköl aus. Die Fahrbahn der Langemarkstraße wurde auf einer Fläche von etwa 150 Quadratmetern verunreinigt. Die Feuerwehr streute das Öl mit Bindemittel ab. Eine Fachfirma wurde zur endgültigen Reinigung der Straße hinzugezogen. Die Langemarkstraße musste für die Dauer des Einsatzes komplett gesperrt werden.